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Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) hält eine Abschaltung von Atomkraftwerken in ihrem Bundesland bereits vor der Landtagswahl am 27. März für möglich. © dpa
14.03.2011

Umweltministerin Gönner: AKW-Abschaltung möglich

STUTTGART/BERLIN. Kehrtwende in der Atompolitik? Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) hält eine Abschaltung von Atomkraftwerken in ihrem Bundesland bereits vor der Landtagswahl am 27. März für möglich. Ministerpräsident Stefan Mappus gilt jedoch als Freund der Atomkraft und hat sich für eine Verlängerung der Restlaufzeiten alter Atomkraftwerke stark gemacht. Auch in anderen Bundesländern sieht man die Atomkraft inzwischen kritischer.

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Vizekanzler Guido Westerwelle hält das Abschalten von einzelnen deutschen Atomkraftwerken schon bald für möglich. Der FDP-Vorsitzende sprach sich in Berlin für die sofortige Einsetzung einer Expertengruppe aus, die für alle deutschen Reaktoren eine Risikoanalyse vornehmen soll. Vor allem die Kühlsysteme müssten genau geprüft werden. Angesichts der Entwicklung in Japan stehe «alles auf der Tagesordnung», sagte Westerwelle. Er könne nicht ausschließen, dass «einzelne Kraftwerke nicht weiter betrieben werden können».

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Die atomkritische FDP in Schleswig-Holstein hat sich für ein Abschalten älterer Atomkraftwerke ausgesprochen. Man hätte mindestens sechs der älteren Atomkraftwerke abschalten sollen, sagte FDP-Landeschef Jürgen Koppelin im ARD-«Morgenmagazin». Insbesondere sollten die Meiler Krümmel und Brunsbüttel vom Netz. Koppelin forderte eine strenge Sicherheitsüberprüfung aller Atomkraftwerke in Deutschland. Man könne «nicht die Augen zu machen» und sagen, Japan sei weit weg, bei uns passiere sowas nicht. Niemand wisse, was die Zukunft bringe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel trommelt am Dienstag die Länder mit AKW-Standorten zusammen, um über die Sicherheit zu reden. Einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft lehnt sie aber ab. Die Opposition fordert die Abschaltung der Altreaktoren. Doch die Industrie kämpft. «Jeder deutsche Reaktor ist auf jeden Fall besser ausgerüstet als der in Fukushima», sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, dem «Handelsblatt». dpa

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