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Der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, steht am 03.08.2015 in Ellwangen in einer Verpflegungshalle. Er informierte sich in der überbelegten Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Ellwangen über die Situation. © dpa
04.08.2015

Unbearbeitete Asylanträge stapeln sich im Bundesamt für Migration

Ellwangen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wird dem Stau unbearbeiteter Asylanträge auch auf absehbare Zeit nicht Herr werden. Derzeit häuften sich dort 250 000 unbearbeitete Verfahren, sagte Bamf-Präsident Manfred Schmidt am Montag bei einem Besuch der überbelegten Landeserstaufnahmestelle (Lea) in Ellwangen (Ostalbkreis). «Das hört sich gewaltig an, und das ist auch gewaltig.»

Bildergalerie: Unbearbeitete Asylanträge stapeln sich im Bundesamt für Migration

Zwar seien davon 100 000 Anträge von Flüchtlingen zum Beispiel aus Syrien oder vom Balkan, über die eigentlich schnell entschieden werden könne. «Hätten wir mal ein Vierteljahr Zeit - würden wir mal sagen, ein Vierteljahr kommt keiner - dann hätten wir diese 100 000 Verfahren abgebaut», sagte Schmidt. Denn: Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien wird fast immer Asyl gewährt, Asylbewerber vom Balkan werden dagegen meist in ihre Heimat zurückgeschickt.

Nur wächst die Zahl der Asylbewerber weiter - allein im Juli sind so viele Flüchtlinge nach Deutschland gekommen wie noch nie in einem Monat. Außerdem gebe es auch viele langwierigere und kompliziertere Verfahren von Flüchtlingen beispielsweise aus Afghanistan, sagte Schmidt. Das Bamf werde zur Bearbeitung der Anträge personell aufgestockt. Er habe allein in den vergangenen 12 Monaten 650 Mitarbeiter eingestellt, sagte Schmidt.