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Mit einer unechten Maschinenpistole hat ein 21-Jähriger Polizisten bedroht. Erst nach zwei Warnschüssen legte er die Waffe ab, wobei er auf dem Boden liegend noch einmal nach der Waffe greifen wollte.
Mit einer unechten Maschinenpistole hat ein 21-Jähriger Polizisten bedroht. Erst nach zwei Warnschüssen legte er die Waffe ab, wobei er auf dem Boden liegend noch einmal nach der Waffe greifen wollte. © Symbolbild: dpa/Dietz
20.04.2012

Unechte Maschinenpistole auf Polizisten gerichtet

Tuttlingen. Dummheit ist gefährlich. Und es ist schon extrem dumm, in nächtlicher Dunkelheit eine wie eine Maschinenpistole aussehende Waffe gegen Polizisten zu richten. Diesen gefährlichen Unfug hat sich ein 21-Jähriger am Freitag gegen 2 Uhr in Tuttlingen erlaubt. Nur gut, dass die Polizeibeamten so besonnen waren, dass sie nicht gleich in vermeintlicher Notwehr auf den jungen Mann geschossen, sondern erst zwei Warnschüsse in die Luft abgefeuert haben. Doch ruhig gestellt war der 21-Jährige damit noch nicht.

Ein Autofahrer hatte sich zuvor erschrocken, als vor ihm plötzlich eine männliche Person mit nacktem Oberkörper auf der Fahrbahn stand und ihn mit einer Waffe zum Anhalten zwingen wollte. Der Autofahrer musste stark abbremsen und dem Angreifer ausweichen. Die nur zum Teil bekleidete Person rannte in Richtung Innenstadt davon. Der Autofahrer verständigte die Polizei und teilte mit, dass er in der Dunkelheit von einer Person mit einer Maschinenpistole bedroht wurde.

Bereits wenige Minuten später waren zwei Polizeistreifen vor Ort, die nach der unbekannten Person fahndeten. Eine Streife konnte den jungen Mann auch gleich im Bereich eines Kreisverkehrs entdecken. Er hielt tatsächlich einen Gegenstand in der Hand, der wie eine echte Langwaffe aussah. Die Beamten forderten den 21-Jährigen auf, die Waffe wegzulegen. Hiervon unbeeindruckt zielte der junge Mann aus einer Entfernung von etwa 20 Metern auf die sich annähernden Polizeibeamten.

Einer der  der Beamten gab zwei Warnschüsse in die Luft ab. Erst hierauf zeigte der Mann eine Reaktion und warf die mutmaßliche Waffe auf die Straße. Nach erneuter Ansprache durch die Beamten legte sich die Person auf den Bauch. Als die Beamten dann auf den 21-Jährigen zuliefen, versuchte dieser abermals nach der am Boden liegenden Waffe zu greifen. Die Beamten konnten dies jedoch verhindern und fesselten ihn.

Erst als der Angreifer unter Kontrolle gebracht war, konnten die Beamten die Waffe genauer betrachten. Es handelte sich um eine selbst gebastelte Spielzeugwaffe, die in der Dunkelheit einer echten Maschinenpistole erschreckend ähnlich sah. Ihr Besitzer machte zu diesem Zeitpunkt einen äußerst verwirrten Eindruck, wurde vorläufig festgenommen und aufs Revier gebracht.

Da der Verdacht bestand, dass er Drogen konsumiert hatte, wurde auf richterliche Anordnung von einem Arzt eine Blutprobe entnommen. Ein Arzt wies den jungen Mann schließlich in eine Fachklinik ein. Zudem hat er mit einer Strafanzeige wegen Bedrohung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu rechnen.

Die Polizei weißt in diesem Zusammenhang auf die Gefährlichkeit sogenannter Anscheinswaffen. Abgesehen von einer etwaigen Strafbarkeit, wenn man die Anscheinswaffe in der Öffentlichkeit führt, zeigt oder sogar für Handlungen nutzt, bergen diese mutmaßlichen Waffen eine hohe Gefahr für alle Beteiligten. Zum einen für denjenigen, der die mutmaßliche Waffe in Händen hält. Zum anderen für dessen Gegenüber, der sich entsprechend bedroht fühlen und eventuell zu schützenden Handlungen provoziert fühlen muss. pol