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Bei der Aufarbeitung des Prügeltods des drei Jahre alten Alessio schaltet sich die Uniklinik Freiburg ein. Das Jugendamt gerät unter Druck.
im Schwarzwald arbeitet das Uniklinikum Freiburg den Fall auf. Der Junge war wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung in den Sommern 2013 und 2014 stationär in der Klinik in Behandlung, teilte diese am Mittwoch mit. Es sei dabei eindeutig festgestellt worden, dass er schwer körperlich misshandelt wurde. Darüber sei das Jugendamt informiert worden, zudem habe die Klinik Strafanzeige erstattet.
Uniklinik untersucht Prügeltod des Dreijährigen © dpa
21.01.2015

Uniklinik untersucht Prügeltod des Dreijährigen

Nach dem Prügeltod des drei Jahre alten Alessio im Schwarzwald arbeitet das Uniklinikum Freiburg den Fall auf. Der Junge war wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung in den Sommern 2013 und 2014 stationär in der Klinik in Behandlung, teilte diese heute mit. Es sei dabei eindeutig festgestellt worden, dass er schwer körperlich misshandelt wurde. Darüber sei das Jugendamt informiert worden, zudem habe die Klinik Strafanzeige erstattet.

Die Ermittlungen waren im Oktober 2014 eingestellt worden, weil dem in Verdacht geratenen Stiefvater laut Staatsanwaltschaft Freiburg nichts nachgewiesen werden konnte. Der Mann hatte den Dreijährigen am vergangenen Freitag mit schweren Verletzungen zu einem Arzt in Titisee-Neustadt gebracht. Dort starb das Kind. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann den Jungen geschlagen hat und ermittelt wegen Totschlags. Der 32-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Die Uniklinik hatte im August 2013 die Behörden davon gewarnt, das Kind zurück in die Familie zu geben, sagte eine Sprecherin. Dieser Rat sei nicht befolgt worden, zwischen der Klinik und den Behörden habe es zu dieser Frage keinen weiteren Kontakt mehr gegeben.

Nun müsse untersucht werden, wie und wo es zu Versäumnissen kam. Die Klinik werde mit Behörden und Ermittlern zusammenarbeiten. Ziel sei es, ähnliche Fälle zu verhindern und den Schutz von Kindern zu verbessern.

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