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Feuerwehrleute stehen am Sonntag auf einem Dach eines Hauses in Stuttgart. Nach einem Blitzeinschlag kam es zu einem Schwelbrand. © dpa
10.08.2015

Unwetter toben über Baden-Württemberg - Blitze lösen Brände aus

Ravensburg (dpa) - Gewitter haben in mehreren Orten Baden-Württembergs Schäden angerichtet. Allein in Ravensburg musste die Feuerwehr bis zum späten Sonntagabend mehr als 30 Mal ausrücken. Starkregen hatte überflutete Straßen und vollgelaufene Keller zur Folge, wie die Feuerwehr Ravensburg mitteilte. In anderen Teilen des Landes lösten Blitzeinschläge Brände aus. Auch in Pforzheim und dem Enzkreis gewitterte es zum Teil heftig, Einsätze vermeldete die Feuerwehr Pforzheim jedoch nicht.

Bildergalerie: Unwetter toben über Baden-Württemberg

Bei den Unwettern in Baden-Württemberg wurde nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt. Meteorologen zufolge kann es am Montagnachmittag weitere Gewitter geben.

Ein Blitz schlug am Sonntagabend um 23.35 Uhr in ein Wohnhaus in Enzweihingen ein. Es kam allerdings nicht zu einer Brandentwicklung, nur die Fassade bröckelte leicht ab.

Auch in Stuttgart schlug ein Blitz in ein Wohngebäude ein. Dadurch kam es zu einem Schwelbrand im Dachgeschoss des Hauses, der durch die Feuerwehr aber gelöscht werden konnte. In Bad-Friedrichshall-Kochendorf im Landkreis Heilbronn verursachte ein Blitzeinschlag ebenfalls einen Dachstuhlbrand. In dem Mehrfamilienhaus leben 14 Menschen, die alle rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten, wie die örtliche Polizei mitteilte. Auch in Leonberg (Landkreis Böblingen) ging ein Dachstuhl nach einem Blitzeinschlag in Flammen auf. Nachbarn machten die vierköpfige Familie auf das Feuer aufmerksam. Sie konnte das Haus rechtzeitig verlassen. Der Schaden lag bei etwa 50 000 Euro.

Nach einem Blitzeinschlag in einem Stellwerk der S-Bahn in Stuttgart gibt es Behinderungen. Auf der Linie S4 fielen am Montag Verbindungen aus. Die Bahnen fuhren zwischen Marbach am Neckar (Kreis Ludwigsburg) und Backnang (Rems-Murr-Kreis) nur jede Stunde, wie die Bahn mitteilte. Die Störung sollte noch am Vormittag behoben werden, sagte ein Sprecher am frühen Morgen. Techniker der Bahn seien mit Reparaturen beschäftigt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Ein Blitz hatte in der Nacht in das Stellwerk eingeschlagen und die Technik beschädigt.

Ebenfalls durch einen Blitzeinschlag ist die Notrufanlage des Polizeipräsidiums Aalen ausgefallen. Die Telefonleitungen und auch der Polizeifunk seien am Sonntagabend für zweieinhalb Stunden unterbrochen gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Gegen 20.00 Uhr war es demnach wegen des Blitzeinschlags im Stadtgebiet zu einer Überspannung in der Stromversorgung des Präsidiums gekommen - die IT-Geräte der Beamten funktionierten auf einmal nicht mehr. So etwas sei selten, komme aber ab und an vor, sagte der Sprecher. Die Arbeit der Polizisten sei durch den Ausfall nicht erheblich beeinträchtigt gewesen. Anrufer seien zu anderen Präsidium umgeleitet worden. Techniker starteten die Anlage schließlich neu und behoben die Störung.

In Marbach am Neckar kam es durch einen Blitzeinschlag um 20.08 Uhr zu einem Schmorbrand im Dachgiebel eines Einfamilienhauses. Sachschaden: rund 10.000 Euro. Verletzt wurde niemand. Eine Stunde später, um  21.09 Uhr schlug ein Blitz in einen Holzstapel ein. Die Feuerwehr ließ das Holz kontrolliert abbrennen.

Vermutlich ebenfalls durch einen Blitzeinschlag geriet in der Nacht zum Montag gegen 01.30 Uhr ein an der Weingartener Straße in Jöhlingen bei Karlsruhe gelegenes Nebengebäude in Brand. Ein in unmittelbarer

Nähe zum eigentlichen Wohnhaus befindlicher Holzanbau brannte nahezu vollständig ab. Dabei griffen die Flammen auch auf das Dach des Nebengebäudes über. Die herbeigeeilten Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Walzbachtal, Weingarten und Bretten konnten den Brand rasch unter Kontrolle bringen und damit das Wohnhaus sowie weitere Nachbargebäude schützen. Personen wurden nicht verletzt. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt. Nach den ersten Ermittlungen ist nicht auszuschließen, dass eine zwischen Gebäude und Anbau installierte größere Antenne den Blitz möglicherweise anzog.

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Sonntag für Teile Baden-Württembergs und für das südliche Bayern vor schweren Gewittern mit heftigem Regen gewarnt. In der zweiten Nachthälfte beruhigte sich die Lage.