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Eine Woche ist es her, dass bei BASF in Ludwigsburg eine Explosion drei Menschen tötete. Die Unfallursache ist weiter unklar. Ermittlungen konnten wegen der gefährlichen Situation erst am vergangenen Donnerstag aufgenommen werden. © dpa
24.10.2016

Ursache der BASF-Explosion auch nach einer Woche noch unklar

Ludwigshafen. Auch eine Woche nach der verheerenden Explosion bei der BASF in Ludwigshafen ist die Unglücksursache noch nicht genau bekannt. Wegen der gefährlichen Situation am Explosionsort im Landeshafen Nord konnte die Polizei erst am vergangenen Donnerstag mit der Untersuchung der Unglücksstelle beginnen.

Bildergalerie: Meterhohe Flammen und Explosionen bei BASF in Ludwigshafen

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Rheinpfalz ist eine große Zahl von Beamten mit den Ermittlungen beschäftigt. «Diese sind rund um die Uhr im Einsatz.» Auch Gutachter des Landeskriminalamtes und externe Sachverständige forschen nach der Ursache des Unglücks, bei dem drei Menschen starben. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat «Teilerkenntnisse», die auf der Aussage eines Zeugen beruhen. Demnach sollten Mitarbeiter einer Fremdfirma im Graben ein Teil einer Leitung austauschen. Sie hätten angenommen, dass die Leitung leer ist - dazu habe eine schriftliche Bestätigung der BASF vorgelegen, zudem hätten sie sich mittels einer Probebohrung selbst davon überzeugt, heißt es mit Bezug auf den Zeugen, einen Mitarbeiter der Firma. Als das Rohr durchtrennt wurde, soll es zu einer Explosion gekommen sein.

Zwei Männer der BASF-Werksfeuerwehr und der Matrose eines im Hafen ankernden Tankschiffs wurden bei der Explosion getötet. Die am Mittwoch im Hafenbecken entdeckte Leiche des Matrosen musste bei einer Obduktion identifiziert werden. Laut BASF wurden acht Menschen schwer verletzt, sechs kamen auf die Intensivstation. Außerdem gab es 22 Leichtverletze, zunächst war von 17 die Rede. Fünf kamen erst später hinzu - sie waren nach Angaben einer BASF-Sprecherin selbst zum Arzt gegangen und wurden erst später mitgezählt.

Die Feuerwehr will an diesem Montag entscheiden, in welchem Umfang die mobile Messung der Schadstoffbelastung weitergeht. Bisher registrierte sie keine erhöhte Konzentration. Greenpeace will Ergebnisse eigener Proben noch vorlegen.

Die Explosion ereignete sich in einem sogenannten Rohrgraben im Landeshafen. Dort liegen zahlreiche Leitungen, über die Flüssiggase und andere brennbare Flüssigkeiten von und zu Schiffen transportiert werden. Beim Brand entstand eine riesige Rauchwolke - der BASF zufolge verbrannten auch Ethylen und Propylen.