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© Symbolbild: dpa
17.04.2018

Vater und Sohn berauben gemeinsam Wettbüros und Discounter

Heidelberg. Wenn Vater und Sohn Hand in Hand arbeiten, dann klingt das nach Familienunternehmen, nach Familientradition. Im Falle eines 57-Jährigen und seines 30-jährigen Sohnes, die im Großraum Heidelberg aktiv waren, hat die generationenübergreifende Kooperation jedoch einen negativen Touch. Die zwei Deutschen ohne festen Wohnsitz sollen nämlich zusammen mehrere Wettbüros und Lebensmitteldiscounter beraubt haben.

Damit ist nun vorläufig erst einmal Schluss. Das Amtsgericht Heidelberg hat Haftbefehle erlassen. Die Tatverdächtigen sollen im bewussten und gewollten Zusammenwirken am 12. April ein Wettbüro in Walldorf überfallen haben, um sich Bargeld zu verschaffen. Der 57-Jährige soll gegen 12.50 Uhr das Wettbüro betreten und einen Angestellten mit einer täuschend echt aussehenden Pistole zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert haben. Mit der Beute im vierstelligen Bereich flüchtete der Vater zum Fluchtfahrzeug, das sein Sohn fuhr.

Beide konnten zunächst unerkannt entkommen. Aufgrund umfangreicher Ermittlungen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg und der Kriminalpolizei Karlsruhe konnte der 57-jährige Tatverdächtige nach einem am 14. April gegen 21 Uhr mutmaßlich verübten bewaffneten Raubüberfall auf einen Discounter in Hambrücken (Kreis Karlsruhe) noch in der Nacht zum Sonntag in einem Hotel in Schwetzingen durch Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Einsatz festgenommen werden. Wenig später nahmen Fahndungskräfte des Polizeipräsidiums Mannheim auch den 30-jährigen Sohn vorläufig fest.

Bei den anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen wurden ein Großteil der Beute und diverse andere Gegenstände beschlagnahmt.

Ermittlungen der Kriminaldirektion Heidelberg ergaben, dass beide Tatverdächtige an weiteren Straftaten im Raum Mannheim beteiligt gewesen sein sollen. Hierbei handelt es sich um schwere räuberische Erpressungen zum Nachteil eines Wettbüros am 9. März in Hockenheim, eines Lebensmitteldiscounters am 7. April in Hockenheim und eines Lebensmitteldiscounters in Brühl am 11. April. Insgesamt soll das Duo hier Bargeld in Höhe von mehreren Zehntausend Euro erbeutet haben.

Die 30- und 57- jährigen Deutschen ohne festen Wohnsitz wurden wegen Fluchtgefahr in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Die Ermittlungen dauern an.