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Eine zerstörte Tür ist am 30.07.2015 an einem Haus in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg) nach einer Gasexplosion zu sehen. Ein Mann soll versucht haben, sein Haus mitsamt seiner Ehefrau und einer Tochter in die Luft zu jagen. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen den 55-Jährigen wegen eines versuchten Tötungsdelikts.
Eine zerstörte Tür ist am 30.07.2015 an einem Haus in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg) nach einer Gasexplosion zu sehen. Ein Mann soll versucht haben, sein Haus mitsamt seiner Ehefrau und einer Tochter in die Luft zu jagen. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen den 55-Jährigen wegen eines versuchten Tötungsdelikts. © dpa
31.07.2015

Vater vor Haftrichter - Wollte er Familie mit Gasexplosion töten?

Bietigheim-Bissingen (dpa/lsw) - Wahrscheinlich aus Angst vor einer Scheidung soll ein Familienvater in Bietigheim-Bissingen versucht haben, seine Frau und seine Tochter mit einer Gasexplosion zu töten. Teile des Wohnhauses wurden durch die Wucht der Detonation zerstört. Die Ehefrau und die Tochter konnten noch rechtzeitig fliehen. Gegen den 55-jährige Mann, der als psychisch auffällig gilt, wurde am Freitag Haftbefehl wegen versuchten Mordes und Herbeiführung einer Explosion erlassen, teilten die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Polizei mit. Er werde in ein Vollzugskrankenhaus gebracht. Der Mann hatte selber Brandverletzungen im Gesicht und an den Armen erlitten.

Die 42 Jahre alte Ehefrau des Mannes und die 13-jährige Tochter hatten die Manipulation des Vaters an einer Gasleitung im Keller noch rechtzeitig bemerkt und waren davongelaufen. Die Familie wurde in einem Hotel untergebracht, weil ihr Reiheneckhaus nicht bewohnbar war. Die Beamten konnten den 55-Jährigen kurz nach der Tat am Donnerstag in einem Wald am Ortsrand festnehmen. Er wollte sich zunächst nicht äußern, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Druckwelle sei so stark gewesen, dass sie das Dach des Reihenhauses anhob und die Fensterscheiben aus den Rahmen platzten, sagte der Polizeisprecher. Die Beamten schätzen den Schaden auf bis zu 300 000 Euro. Umliegende Häuser waren nicht betroffen. Was mit dem kaputten Haus passiert, war am Freitag zunächst unklar.

Im April hatte der Familienvater seine Frau und zwei Kinder im Alter von 13 und 18 Jahren mit einer Schusswaffe bedroht. Wo sich der 18 Jahre alte Sohn am Donnerstag aufhielt, war zunächst unklar.