nach oben
Verbot von 75-Watt-Lampen bei Kunden noch nicht angekommen.
Verbot von 75-Watt-Lampen bei Kunden noch nicht angekommen © dpa
31.08.2010

Verbot von 75-Watt-Lampen noch nicht angekommen

STUTTGART. Das von Mittwoch an geltende Verkaufsverbot für 75-Watt-Birnen hat sich noch nicht bei den Händlern im Südwesten niedergeschlagen. Das Thema sei bei den Kunden bislang noch gar nicht richtig angekommen, sagte Sabine Hagmann vom baden-württembergischen Einzelhandelsverband der dpa in Stuttgart. Es gebe noch genügend 75- Watt-Birnen bei den Händlern zu bekommen.  

„Es gibt noch Vorräte und die dürfen abverkauft werden.“ Die Hauptgeschäftsführerin des Einzelhandelsverbandes verwies aber darauf, dass es bereits Alternativen im Handel gebe. Als Beispiel nannte sie Energiesparlampen. Hagmann sagte: „Viele haben in den letzten Jahren aber auch schon auf LED-Lampen umgestellt.“

Nach dem Verbot der 100-Watt-Birnen vor einem Jahr kommt jetzt vom 1. September an das Aus für die Glühlampen mit 75 Watt Leistung innerhalb der Europäischen Union. Damit tritt die zweite Stufe des Glühlampenausstiegs in Kraft. Dann dürfen keine neuen 75-Watt- Glühlampen mehr in den Handel gebracht werden. Im Jahresabstand werden noch die 60-Watt- sowie schließlich die 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen. Ziel der Vorschrift, die in der Öko-Design- Richtlinie der EU steht, ist ein geringerer Stromverbrauch und damit weniger Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in die Umwelt.

Der Naturschutzbund NABU begrüßte die EU-Richtlinie. Die Umweltschützer forderten die Verbraucher auf, schrittweise Energiesparlampen einzusetzen. Die stromsparenden Leuchtstofflampen enthalten eine geringe Menge Quecksilber und dürfen deswegen nicht mit dem Hausmüll entsorgt werden. Eine Alternative seien auch LED- Lampen oder effiziente Halogen-Lampen, sagte eine Sprecherin des baden-württembergischen NABU Landesverbandes in Stuttgart weiter.Vor kurzem hatte die Deutsche Umwelthilfe das bisherige Rücknahmesystem des Handels für Energiesparlampen als mangelhaft kritisiert. Testbesuche in Bau- und Elektromärkten sowie Drogerien hätten ergeben, dass nur knapp jeder fünfte Händler Sammelbehälter zur Abgabe von Altlampen aufgestellt habe.