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Zuerst hat er das Rot einer Ampel nicht gesehen, dann wollte er das Blaulicht der Polizei nicht mehr sehen - ein 24-Jähriger aus Kraichtal flüchtete vor einer Kontrolle und landete mit seinem Auto an einer Hauswand.
Zuerst hat er das Rot einer Ampel nicht gesehen, dann wollte er das Blaulicht der Polizei nicht mehr sehen - ein 24-Jähriger aus Kraichtal flüchtete vor einer Kontrolle und landete mit seinem Auto an einer Hauswand. © dpa
17.11.2011

Verfolgungsjagd endet an Hauswand von Finanzamt

Bruchsal. Das Gaspedal durchdrücken konnte der 24-Jährige aus Kraichtal schon recht gut, mit dem Lenken beim Rückwärtsfahren hatte er, zum Leidwesen eines Polizisten, seine Probleme. Und die Sache mit dem Bremsen muss er auch noch üben, denn nicht immer sollte man sein Auto in voller Fahrt an der Wand eines Finanzamts zum Stillstand bringen. Nur: Fahr-Nachhilfestunden wird der Kraichtaler Verkehrsrowdy so schnell nicht nehmen können, denn nach einer wilden Verfolgungsjagd hat ihm die Polizei den Führerschein abgenommen.

Der junge Mann war in der Nacht zum Donnerstag um 0.45 Uhr einer Streife der Bundespolizei aufgefallen, als er mit seinem Auto in der Nähe von Graben-Neudorf trotz roter Ampel von der B36 auf die B35 in Richtung Bruchsal abbog. Danach trat er aufs Gaspedal und raste mit bis zu 150 Stundenkilometer in Richtung Bruchsal davon. Unterwegs missachtete er immer wieder die Haltezeichen der ihm folgenden Polizisten.

Kurz nach dem Bruchsaler Ortseingang musste er hinter einem wegen einer roten Ampel wartenden Auto anhalten. Hier sollte der 24-Jährige dann mit Unterstützung einer hinzu kommenden Streife des Polizeireviers Bruchsal kontrolliert werden. Unmittelbar nachdem aus dem zweiten Polizeiauto ein Beamter ausgestiegen war, lenkte der Kraichtaler seinen Wagen nach links und fuhr auf den noch am Streifenwagen stehenden Polizisten zu.

Da er dabei die Tür streifte und zustieß, wurde der Beamte zu Boden geschleudert und erheblich an Händen und Rücken verletzt. Dennoch konnte sich dieser wieder aufrappeln, ins Fahrzeug steigen und mit den Kollegen die Verfolgung des mit überhöhter Geschwindigkeit flüchtenden Autofahrers aufnehmen. Nach einiger Zeit verlor der 24-Jährige schließlich die Kontrolle über seinen Wagen, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen das Hauseck des Bruchsaler Finanzamtes.

Nachdem er beim anschließenden Zurücksetzen gegen den hinter ihm eintreffenden Streifenwagen geprallt war und an diesem einen Schaden von über 3.000 Euro verursacht hatte, suchte er nun sein Heil in der Flucht zu Fuß. Doch auch das konnte er nicht richtig, denn schließlich wurde er von den Polizisten eingeholt und festgenommen.

Der verletzte Beamte musste im Krankenhaus ambulant versorgt und krankgeschrieben werden. Unterdessen ordneten die Polizisten bei dem unfallbedingt leicht verletzten 24-Jährigen eine Blutentnahme an und beschlagnahmten seinen Führerschein.

Die Palette der von dem jungen Mann begangenen Straftaten reicht vom gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr über Körperverletzung und Sachbeschädigung bis hin zur Fahrt unter Alkohol- wie möglicherweise auch Drogeneinfluss. So wird er sich zumindest auf eine empfindliche Geldstrafe und einen längeren Entzug der Fahrerlaubnis einstellen müssen. pol