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Ein Schild mit der Aufschrift «pssst ... Rücksicht» steht an einer beliebten Strecke für Motorradfahrer in Schnait im Rems-Murr-Kreis. 

Verkehrsminister und 80 Kommunen fordern schärfere Bußgelder gegen Motorradlärm

Stuttgart. Lärmende Motorradfahrer sollten nach Ansicht des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann deutlich höhere Strafen für manipulierte Maschinen zahlen müssen. Der Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein (beide Grüne) kann sich sogar eine Verzehnfachung der derzeitigen Summe vorstellen. „Das schreckt sonst niemanden ab“, sagte er am Donnerstag in Stuttgart bei der Vorstellung der „Initiative Motorradlärm“.

Darin fordern mehr als 80 Kommunen und Landkreise aus dem ganzen Land unter anderem geänderte Zulassungsregelungen und drastischere Strafen für Manipulationen an Motoren.

Laut und schnell: Härtere Strafen gegen Verkehrssünder auf dem Motorrad?

Hermann will versuchen, eine Bundesratsinitiative dazu noch vor der Sommerpause in die Länderkammer einzubringen. Mögliche Unterstützung erhofft er sich unter anderem aus Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Aktuell wird bei erhöhtem Lärm durch Verschleiß am Motorrad ein Bußgeld von 20 Euro erhoben. Ist ein Fahrer mit einem manipulierten Bike unterwegs, kostet ihn das 90 Euro für den Fahrer und 135 Euro für den Halter. Bei Vorsatz verdoppeln sich diese Strafen. „Diese Ahndungsmöglichkeiten sind - ungeachtet der schwierigen gerichtsfesten Beweisbarkeit - völlig unzureichend“, kritisiert die Initiative in ihrem Forderungskatalog.