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Die beiden Flugplatzfest-Unglücke im Südwesten forderten drei Tote. Zwei Verletzte schweben auch am Montag noch in Lebensgefahr, darunter ist die Mutter einer getöteten 15-Jährigen. © dpa
10.09.2012

Verletzte nach Flugfest-Unglück weiter in Lebensgefahr

Nach zwei Unglücken mit drei Toten bei Flugplatzfesten im Raum Stuttgart schweben zwei Überlebende nach wie vor in Lebensgefahr. Es handelt sich um die Mutter der beim Flugzeugabsturz in Backnang getöteten 15-Jährigen sowie einen 30 Jahre alten Mann aus dem Raum Esslingen. Über die Ursache gab es auch am Montag noch keine neuen Erkenntnisse.

Bildergalerie: Drei Todesopfer bei zwei Flugzeugabstürzen

Ein Polizeisprecher sagte, das Flugzeug sei bis in den frühen Morgen von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) inspiziert worden. Mit schnellen Ergebnissen sei nicht zu rechnen. «Das Gutachten braucht Wochen, wenn nicht sogar Monate.»

Auch nach dem Hubschrauberunglück in Metzingen mit einem Toten erwartet die Polizei keine schnellen Ergebnisse. Die Besucher des Flugplatzfestes hätten viele Fotos und Videos gemacht, auf denen zu sehen sei, wie sich der Hubschrauber beim Abheben verhakte und dann umkippte. Die Aufnahmen müssten nun ausgewertet werden, sagte eine Polizeisprecherin. Viele Zuschauer hätten sich außerdem als Zeugen gemeldet.

Trotzdem sei noch unklar, ob ein technischer Defekt oder ein Pilotenfehler das Unglück ausgelöst habe. Ein 38 Jahre alter Vater war von einem umherfliegenden Hubschrauberteil getötet worden. Zwei Menschen wurden am Montag noch im Krankenhaus behandelt.

Weitere Teile trafen eine 58 Jahre alte Frau und einen 47-jährigen Mann. Sie wurden mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Der Pilot und der Co-Pilot kamen mit Blessuren davon. Sie wurden mit einem weiteren leicht verletzten Zuschauer ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Der Schaden wird auf zwei Millionen Euro geschätzt. Insgesamt waren knapp 100 Helfer im Einsatz, darunter mehrere Ärzte, die DRK-Notfallnachsorge und ein Notfallseelsorger.

Etwa 45 Minuten nach diesem Unglück startete auf dem Flugplatz Backnang ein Kleinflugzeug mit vier Menschen an Bord zu einem Rundflug. Bereits kurz nach dem Start schmierte der Flieger der Polizei zufolge nach rechts ab. Noch vor einem angrenzenden Maisfeld stürzte er aus etwa 30 Metern Höhe auf den Boden und fing Feuer. Der 67 Jahre alte Pilot und ein 15-jähriges Mädchen starben. Die beiden anderen Passagiere, ein 30-jähriger Mann und eine 44-jährige Frau, überlebten schwer verletzt.

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren viele der rund 3000 Festbesucher bereits auf dem Nachhauseweg, sagte ein Sprecher. Mehr als 100 Rettungskräfte wurden zum Unglücksort gerufen, darunter sieben Notärzte. Auch ein Rettungshubschrauber der Bundeswehr war im Einsatz.

In Backnang hatte es bereits bei dem Flugplatzfest vor einem Jahr ein Unglück gegeben. Damals war ein Pilot mit seinem historischen Flugzeug kurz nach dem Start in einen Acker gekracht und leicht verletzt worden. dpa