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© Symbolbild: dpa
15.09.2015

Vermisste Vietnamesin: Ehemann wird nun wegen Mordes angeklagt

Karlsruhe. Im Fall der seit dem 23. Juli 2014 vermissten, damals 34-jährigen Vietnamesin aus Durlach-Aue hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den Ehemann der Vermissten Anklage wegen Mordes erhoben und den Erlass eines Haftbefehls erwirkt. Die Leiche der Frau wurde noch nicht gefunden, doch scheint es genügend Indizien zu geben, um die Verhaftung begründen zu können.

Der tatverdächtige Ehemann wurde am Montagmorgen durch Einsatzkräfte der Sonderkommission „Aue“ festgenommen und nachmittags dem zuständigen Schwurgericht des Landgerichts Karlsruhe vorgeführt. Das Schwurgericht, das einen dringenden Tatverdacht bejahte, setzte den Haftbefehl in Vollzug. Allerdings: Eine Leiche ist im Rahmen der Ermittlungen trotz intensiver Suchmaßnahmen noch nicht entdeckt worden. Aufgrund einer Gesamtschau der vorliegenden Indizien hat die Staatsanwaltschaft trotzdem den hinreichenden Tatverdacht eines Mordes durch den Ehemann der Vermissten bejaht.

Der Tatverdächtige, gegen den kurz nach dem Verschwinden seiner Frau schon einmal Haftbefehl erlassen worden war, befand sich bis zum 30. September 2014 in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde damals vom Amtsgericht Karlsruhe aufgehoben, da sich anhand der bis dahin gewonnenen Beweismittel ein dringender Tatverdacht nicht mehr begründen ließ. Seit der Haftentlassung haben sich jedoch neue belastende Umstände ergeben, die nun zur Erhebung der Anklage führten.

Die beiden gemeinsamen minderjährigen Kinder wurden in die Obhut des Jugendamtes gegeben.

Staatsanwaltschaft und Polizei weisen darauf hin, dass die Unschuldsvermutung auch nach Erhebung der Anklage fortbesteht. Der für eine Anklage erforderliche „hinreichende Tatverdacht“ bedeutet lediglich, dass die Staatsanwaltschaft nach Aktenlage eine Verurteilung als wahrscheinlich erachtet. Eine abschließende Bewertung kann erst nach Durchführung der Beweisaufnahme im Rahmen einer Hauptverhandlung erfolgen.