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19.09.2012

Versicherungsbetrug? Mazedonier sollen Autobahn-Unfälle vorgetäuscht haben

Ein 37 Jahre alter Mazedonier sowie zwei 33 und 35 Jahre alte Landsleute stehen im dringenden Verdacht, zwei Verkehrsunfälle auf den Autobahnen A8 und A5 im Großraum Karlsruhe manipuliert zu haben, um so Versicherungsleistungen zu erschleichen. Dank der polizeilichen Ermittlungen kam es aber nur bei der ersten der angeblichen Karambolagen zur Auszahlung einer Summe von über 11.000 Euro. Entdeckt wurden die Manipulationen dank der Aufmerksamkeit einer Streife des Autobahnpolizeireviers Karlsruhe.

Die Beamten waren im Juni dieses Jahres zu einem nächtlichen Unfall auf der Autobahn A 5 bei Malsch gerufen worden. Nach Darstellung der Beteiligten war es nach einem fehlerhaften Fahrstreifenwechsel bei hoher Geschwindigkeit zwischen den beiden Autos – einem mit Schweizer Überführungskennzeichen versehenen Altfahrzeug und einem hochwertigen in Deutschland zugelassenen Mittelklassewagen - zur seitlichen Kollision wie auch zu einem Aufprall auf die Mittelleitplanke gekommen. Weil die Unfallspuren nicht mit dem vorgetragenen Geschehen zusammenpassten, kamen den Beamten allerdings erhebliche Zweifel.

Erst recht stutzig wurden die Polizisten, als sie zudem feststellten, dass der geschädigte Wagen im August 2011 auf der A8 bei Remchingen in einen vom Ablauf her völlig identischen Unfall mit gleichfalls durchweg mazedonischer Beteiligung verwickelt war. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Karlsruhe beschlagnahmten sie beide Autos und schalteten ihre Kollegen der Spezial-Ermittlungsgruppe „Fingierte Verkehrsunfälle“ des Polizeipräsidiums Karlsruhe ein.

Die Beschuldigten machten zwar von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und trugen nicht zur Aufhellung des Sachverhaltes bei. Doch schlossen letztlich auch die von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen Plausibilitätsgutachten die angeblichen Geschehensabläufe beider Unfälle kategorisch aus. Außerdem dürften sich die Beschuldigten kennen. Schließlich stammen alle drei allesamt aus derselben Gegend in Mazedonien und die „Verursacher“ der beiden Unfälle wohnen nicht nur im selben Ort, sondern auch noch in der gleichen Straße.

Den Mazedoniern, von denen nur der 37 Jahre alte zweimal „Geschädigte“ einen Wohnsitz in Deutschland hat, drohen bei einer Verurteilung empfindliche Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Zudem muss der 37-Jährige mit der Rückforderung der nach dem ersten Fall von der Versicherung ausgezahlten Summe rechnen. pol