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Zufrieden: Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).
Zufrieden: Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).
11.07.2016

Vertrag mit privaten Bahnfirmen unter Dach und Fach

Die Neuvergabe der regionalen Stuttgarter Verkehrsnetze an zwei Konkurrenten der Deutschen Bahn (DB) dürfte die Kosten für das Land deutlich senken. Der Zuschussbedarf je Zugkilometer werde sich halbieren, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Montag bei der Unterzeichnung der Verträge in Stuttgart. Derzeit zahle das Land noch 11,69 Euro je Kilometer. „Wir haben dem Land Baden-Württemberg viel Geld gespart“, betonte Hermann, ohne eine Gesamtsumme zu nennen. Einem Ministeriumssprecher zufolge gehen in die Einsparungen in die Milliarden.

Mit den Unterschriften ist die Vergabe der Verkehrsnetze rund um Stuttgart an Konkurrenten der Deutschen Bahn besiegelt. Von Juni 2019 an sollen die deutschen Töchter des niederländischen Konzerns Abellio und des britischen Verkehrsunternehmens Go-Ahead den Betrieb aufnehmen. Die DB hatte zwar das günstigste Angebot abgegeben, aber gegen Vorgaben der Ausschreibung verstoßen und war deshalb vom Verfahren ausgeschlossen worden.

Der Auftrag umfasst mit gut 14,8 Millionen Zugkilometern im Jahr etwa ein Viertel der landesweit zu vergebenen Nahverkehrsstrecken – und verspricht einen Umsatz von rund 2,7 Milliarden Euro in 13 Jahren Vertragslaufzeit. Es reicht bis zu den Endpunkten Mannheim, Bruchsal, Osterburken, Tübingen, Crailsheim, Ulm, Karlsruhe, Würzburg und Aalen. Abellio soll nun das Neckartal mit jährlich 6,8 Millionen Zugkilometern befahren – hierzu gehört auch die Strecke Stuttgart – Mühlacker – Bruchsal/Pforzheim –, Go-Ahead Rems-Fils und Franken-Enz mit etwa 8,1 Millionen Zugkilometern.

Ziel der Neuvergabe sind laut Hermann günstigere Preise für die Fahrgäste. Außerdem sollen der Takt erhöht und neue Züge auf den Strecken eingesetzt werden, die unter anderem Internet anbieten.