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20.03.2015

Viele Brücken und Straßen in Baden-Württemberg heruntergekommen

Deutschlands Infrastruktur ist marode. Auch im Südwesten liegt einiges im Argen. Ein Konzept gegen bröckelnden Beton und Co. soll helfen.

Der Zustand vieler Brücken und Straßen im Südwesten lässt zu wünschen übrig. Fast fünf Prozent aller Autobahnbrücken fallen in die Kategorie ungenügend, nahezu ein Viertel sind nicht ausreichend. Handlungsbedarf sieht Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nach eigenen Angaben vom Freitag auch bei 20 Prozent der Bundesautobahnen, 38 Prozent der Bundesstraßen und 49 Prozent der Landesstraßen. Die schlechteste Straße auf der Dringlichkeitsliste des Ministeriums ist die B311 im Regierungsbezirk Freiburg.

Die Verkehrssicherheit leide unter dem mangelhaften Zustand wegen häufiger Prüfungen aber nicht, sagte Verkehrsstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) in Stuttgart. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg rund 9250 Brücken, davon etwa 2000 auf Bundesautobahnen, 4000 auf Bundesfernstraßen und fast 3200 auf Landesstraßen. Das Netz von Bundesautobahnen, Bundes- und Landesstraßen umfasst 15 350 Kilometer.

Grün-Rot hat nach dem Motto «sanieren statt planieren» die Mittel für Erhalt von Landesstraßen auf 120 Millionen Euro in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. In diesem Jahr werden für den Erhalt der Bundesfernstraßen 335 Millionen Euro ausgegeben, davon 80 Millionen für Brücken. Damit erreichten die Erhaltungsmittel eine Rekordsumme, sagte Hermann.

Nach Überzeugung von Hermann ist die Sanierung von Brücken vordringlich, weil sie als «Achilles-Fersen des Systems» für Verkehrsprobleme sorgen können. Besondere Kopfzerbrechen bereitet ihm der Ersatzbau für die Neckartalquerung auf der A6 bei Heilbronn, für den der Bund auf ein öffentlich-private Partnerschaft dringe. Diese Finanzierungsform werde das Projekt verzögern und verteuern.