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25.09.2015

Vier Schläge zum «Wasen»-Start - Bier für den Regierungschef

Fassanstich unter grüner Doppelregie: Mit vier Schlägen auf den Zapfhahn hat Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Freitag Deutschlands zweitgrößtes Volksfest eröffnet. Beäugt von seinem Parteifreund und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der einen Schluck aus dem Bierkrug kaum erwarten konnte.

Bildergalerie: "Cannstatter Wasen" von Ministerpräsident feierlich eröffnet

«In Berlin durfte ich gestern nur Wasser trinken», sagte Kretschmann, der direkt vom Flüchtlingsgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den «Wasen» nach Stuttgart kam.

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Die Zahl der Schläge spiele keine Rolle, hatte Kretschmann zuvor Kuhn mit auf den Weg zum Fass gegeben. Hauptsache, der Zapfhahn tue es dann auch richtig. Die Einladung der Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein zur Achterbahnfahrt nahm der Regierungschef jedoch nicht an: «Da macht der Magen nicht mit.» Stattdessen setzte er sich im zünftigen Janker zum Bier direkt neben CDU-Fraktionschef Guido Wolf, seinem Widersacher bei der Landtagswahl im Frühjahr. Dieser erschien im Anzug zum Volksfest.

Zum 170. Cannstatter Volksfest auf dem «Wasen» werden bis 11. Oktober bis zu vier Millionen Menschen erwartet. Damit ist der «Wasen» zwar deutlich kleiner als die Münchner «Wiesn» mit in der Regel sechs Millionen Feiernden, dafür ist die Maß Bier im Schwäbischen günstiger: In Stuttgart bleibt der Preis auch in diesem Jahr noch knapp unter zehn Euro, in München nicht.

Oberbürgermeister Kuhn sorgte sich jedoch ums Trinkgeld für die Bedienungen in den Festzelten: Da der Preis inzwischen nur noch wenige Cent unter zehn Euro liege, sei da «kein Fetz Trinkgeld drin». 1,5 bis 2 Millionen Liter Bier sollen laut Veranstalter in 17 Tagen auf dem «Wasen» fließen. Das Volksfest endet am 11. Oktober.

Das deutlich größere Oktoberfest auf der Münchner «Wiesn» mit meist mehr als sechs Millionen Besuchern läuft bereits seit einer Woche. Möglicherweise lockte es bisher weniger Besucher an als in den Vorjahren, hieß es am Freitag.