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Ein Fahrradweg in der Innenstadt Karlsruhe. 
Ein Fahrradweg in der Innenstadt Karlsruhe.  © dpa
19.05.2017

Vier plus fürs Fahrradklima im Südwesten - Karlsruhe vorn

Stuttgart. Karlsruhe und Freiburg bleiben nach einer Umfrage die fahrradfreundlichsten Großstädte in Baden-Württemberg. Beim regelmäßigen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) belegten die Badenmetropolen auch bundesweit wieder die vorderen Plätze hinter Dauersieger Münster (Nordrhein-Westfalen). Der Abstand zu Münster werde kleiner, sagte ADFC-Landeschefin Gudrun Zühlke, was jedoch nicht daran liege, dass die Südwest-Städte im Vergleich zum Test vor zwei Jahren besser geworden wären.

Karlsruhe bekam von den Radfahrern eine Schulnote von 3,1 (2014: 3,2); Freiburg von 3,3 (3,3) - während die Landeshauptstadt Stuttgart mit einer 4,2 (4,0) nur auf Platz 33 von den 39 deutschen Städten über 200 000 Einwohner landete. In den drei anderen Kategorien der großen, mittelgroßen und kleinen Städten erhielten aus dem Südwesten Heidelberg mit einer 3,6, Konstanz mit einer 3,4 und Rutesheim (Kreis Böblingen) mit einer 2,6 die jeweils besten Noten.

Mit Pforzheim fiel eine Stadt aus dem Südwesten bundesweit als Aufholer des Jahres auf. Vor vier Jahren lag die Goldstadt in ihrer Kategorie noch auf dem letzten Platz. Südwestweit zählen auch Heidenheim und Vaihingen/Enz zu den Aufholern. Deutlich verschlechtert haben sich Tübingen, Leonberg und Tettnang. Unter dem Strich zeigten die Ergebnisse, dass die Radfahrer mit den Bedingungen oft nicht zufrieden seien, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne): «Es braucht daher kontinuierliche Anstrengungen, um die Städte und Gemeinden schrittweise fahrradfreundlich auszubauen.»

Der ADFC ermittelte die Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte zum siebten Mal. Das Bundesverkehrsministerium förderte die Umfrage mit 150 000 Euro. Der Fahrradklima-Test soll Städten dabei helfen, den Radverkehr voranzubringen. Bundesweit nahmen mehr als 120 000 Radfahrer an der Umfrage teil, in Baden-Württemberg 13 500 aus 87 Städten. Die Sieger der jeweiligen Kategorien waren diesmal neben Münster (3,1) die Städte Göttingen (3,3) in Niedersachsen sowie Bocholt (2,3) und Reken (1,9) in Nordrhein-Westfalen.

Vor allem bei den Bewertungen für die Großstädte hagelte es laut ADFC stets beim Thema Sicherheit die schlechtesten Noten. Für den größten Ärger sorgten die Verkehrsführung an Baustellen, das aus Sicht der Radfahrer zu lasche Vorgehen gegen Falschparker auf Radwegen und die Ampelschaltung für den Radverkehr. Die Gesamtnote «ausreichend» könne sich niemand in Baden-Württemberg stolz an die Wand hängen, sagte Landesgeschäftsführerin Kathleen Lumma. Es müsse landesweit mehr investiert werden, die notwendige Verkehrswende sei nicht spürbar.