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17.04.2009

Vierfachmord von Eislingen aufgeklärt

EISLINGEN. Der Vierfachmord an einer Familie im baden-württembergischen Eislingen ist aufgeklärt. Nach Angaben der Ulmer Staatsanwaltschaft vom Freitag wurden das Ehepaar und ihre beiden Töchter in der Nacht zum Karfreitag von dem 18-jährigen Sohn der Familie und dessen 19-jährigem Freund mit zwei Kleinkaliberpistolen erschossen. Der 19-Jährige habe über seinen Anwalt ein entsprechendes Geständnis abgelegt.

Bereits zuvor hatte sich der Tatverdacht gegen die beiden jungen Männer erhärtet. Der Sohn der Familie verweigert weiterhin die Aussage und hat einen Haftprüfungsantrag gestellt, über den in der kommenden Woche entschieden werden soll. Zum Motiv machte der geständige Täter laut den Ermittlern bislang keine Aussagen.

Nach Angaben der Polizei hatten sich der 57-jährige Vater und die 55-jährige Mutter am Gründonnerstag gegen 21.00 Uhr mit Freunden in einer Gaststätte getroffen. Rund zwei Stunden später erschienen dort auch die Tatverdächtigen und blieben etwa für eine halbe Stunde. Die Eltern kehrten gegen 0.30 Uhr nach Hause zurück, wo die Täter bereits auf sie warteten. Der Vater wurde mit acht Schüssen in Kopf und Körper niedergestreckt. Er hatte noch seine Jacke an. Die Mutter wurde mit drei Schüssen getötet. Die beiden Töchter im Alter von 22 und 24 Jahren waren den Ermittlungen zufolge zu diesem Zeitpunkt schon tot. Sie lagen auf dem Bett in einem der Mädchenzimmer im Dachgeschoss.

Als die Polizei die Leichen mit neun und zehn Einschüssen fand, lief dort noch der Fernseher. Insgesamt hatten die Männer laut Reutter 32 Schüsse abgefeuert, von denen 30 trafen. Die beiden Tatwaffen hatten die jungen Männer gemeinsam mit 16 weiteren Waffen im vergangenen Jahr aus einem Schützenheim gestohlen und unter den Bohlen eines Dachbodens versteckt.

Damit niemand die Schüsse hören konnte, verwendeten die Täter Schalldämpfer. Woher diese stammen, ist bislang unklar. Die bei der Tat verwendeten Pistolen und ihre Kleidung versteckten die Täter in einer Grube im Wald.

Der geständige 19-Jährige nannte der Polizei diesen Ort, die Fahnder stellten das Material inzwischen sicher. Auch verbargen die Täter bis auf eine Patronenhülse alle Hülsen in dem Waldloch. Am Tatort hatten sie alle Hülsen eingesammelt. Die Opfer werden am Samstag in Eislingen beigesetzt. Der Sohn der Familie hatte über seinen Anwalt einen Antrag gestellt, an der Beerdigung teilnehmen zu dürfen. Die zuständige Haftrichterin wies diesen Antrag aber ab.

Der Sohn selbst hatte nach der Tat die Polizei angerufen und behauptet, er habe die Leichen seiner Familie am Karfreitagmorgen gefunden. Der 18-Jährige ist Mitglied der Schützengilde Eislingen, sein Freund gehörte dem Verein früher ebenfalls an. Die am Tatort gesicherten DNA-Spuren sind nach Angaben der Ermittler noch nicht ausgewertet. Zudem werden noch Computer überprüft, auch die Untersuchungen an den Waffen sind noch nicht abgeschlossen. Experten des Bundeskriminalamtes untersuchen die gefundenen Hülsen. dpa