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Drei Todesopfer forderte der Brand in einer Sozialunterkunf in Markgröningen. Ein vierter Mann schwebt weiter in Lebensgefahr. © dpa
Schlimm: Bei dem verheerenden Feuer kamen zwei Menschen ums Leben. © dpa
Spurensicherer der Polizei auf dem Weg in die betroffene Unterkunft. Bei dem Brand sind in der Nacht zu Montag zwei Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt. © dpa
08.08.2017

Viertes Opfer von Brand in Sozialunterkunft weiter in Lebensgefahr

Markgröningen. Nach dem wahrscheinlich vorsätzlich gelegten Brand in einer Sozialunterkunft in Markgröningen (Kreis Ludwigsburg) schwebt ein 45-Jähriger weiter in Lebensgefahr. Der Zustand des Mannes sei unverändert kritisch, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit. Bei dem Feuer waren Montagfrüh zwei Menschen gestorben.

Das Feuer war in der Nacht von Sonntag auf Montag im Erdgeschoss der Unterkunft ausgebrochen. Zwei Menschen, eine 54-jährige Bewohnerin und ihr 56-jähriger Freund, kamen im Haus ums Leben. Ein 60-Jähriger starb später im Krankenhaus. Ein Schwerverletzter im Alter von 45 Jahren war am Dienstag laut Polizei noch in kritischem Zustand. Der 66-jährige Heimbewohner hat die Brandstiftung am Montag gestanden und wurde in Untersuchungshaft genommen.

Bildergalerie: Zwei Tote bei Brand in Sozialunterkunft

Der Tatverdächtige ist nach Angaben von Staatsanwaltschaft wegen Brandstiftung vorbestraft. Er war laut Polizei psychisch auffällig. Er lebte nach Informationen des Bürgermeisters seit Mai in der Unterkunft. Der Mann sei nach einer Trennung obdachlos geworden.

Die Sozialunterkunft ist laut Polizei zumindest bis auf weiteres unbewohnbar.

Nach dem Brand hat die Stadt Markgröningen den überlebenden Bewohnern unbürokratisch mit Geld geholfen. Jeder habe 300 Euro aus der Stadtkasse erhalten, um sich Gegenstände des alltäglichen Lebens, beispielsweise eine Zahnbürste, kaufen zu können, erklärte Bürgermeister Rudolf Kürner (parteilos) am Dienstag. Dass der Brand, der drei Menschenleben forderte, von einem Bewohner gelegt worden sein soll, sei ein Schock.

«Wenn es ein technischer Defekt gewesen wäre oder jemand die Herdplatte vergessen hätte, wäre das eine tragische Geschichte», sagte er am Dienstag. Dass ein 66-jähriger Bewohner das Feuer nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei gelegt hat, gebe dem Geschehen eine andere Dimension. 

Die männlichen Todesopfer hinterlassen nach Angaben des Bürgermeisters Kinder. Der 56-jährige Besucher sei alleinerziehend gewesen und habe drei volljährige Kinder, der 60-Jährige habe eine erwachsene Tochter. Die verbliebenen sieben Bewohner der Unterkunft haben bereits die erste Nacht von Montag auf Dienstag in Ersatzwohnungen der Stadt übernachtet. Dort können sie laut Bürgermeister vorerst auch bleiben. 

Im ausgebrannten Obdachlosenwohnheim waren am Dienstag noch Kriminaltechniker zugange. Sie gehen davon aus, dass der Brand im Aufenthaltsraum im Erdgeschoss gelegt wurde und die Bewohner im Schlaf überraschte.

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