nach oben
Auch ein Traumjahr muss einmal enden. Fußball-Bundestrainer Joachim Löw wird am Freitag mit dem Deutschen Medienpreis geehrt. Damit steht der Weltmeister in einer Reihe mit dem Dalai Lama oder Bundeskanzlerin Angela Merkel. Löw hat längst neue Ziele.
«Vision einer Mannschaft»: Deutscher Medienpreis für Joachim Löw © dpa
22.01.2015

«Vision einer Mannschaft»: Deutscher Medienpreis für Joachim Löw

Baden-Baden. Der Ehrungs-Marathon nimmt nun auch für Joachim Löw ein Ende. Nach einem vom WM-Triumph gekrönten Traumjahr 2014 wird der Fußball-Bundestrainer an diesem Freitag (19.00 Uhr) in Baden-Baden auch noch mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet. Nicht einmal zwei Wochen nach seiner Wahl zum Welttrainer schlüpft der 54-Jährige damit erneut in den feinen Zwirn.

Die Arbeit des Schwarzwälders erfüllt nach Meinung der Jury die Kriterien des Medienpreises in besonderer Weise. «Sein Führungsstil und seine Spielphilosophie haben die Nationalelf in der ganzen Welt zu einem herausragenden Botschafter eines modernen, weltoffenen und sympathischen Deutschlands gemacht», hieß es in der Begründung.

Löw wird damit in einer Reihe mit hochrangigen Politikern und schillernden Stars genannt. Schon der Dalai Lama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schauspieler George Clooney oder Pop-Star Bono waren geehrt worden. Mit der seit 1992 vergebenen Auszeichnung werden herausragende Persönlichkeiten gewürdigt, die nach Einschätzung der Jury die Gesellschaft oder die Politik prägend beeinflusst haben.

Nun also auch Löw, der bei der Ehrung der niederländischen Königin Máxima im vergangenen Jahr noch zu den zahlreichen prominenten Gästen aus Sport, Wirtschaft, Politik und Showgeschäft gehört hatte.

Seine Arbeit sei geprägt durch eine über Jahre hinweg verfolgte «Vision einer Mannschaft, in der Spitzensportler mit ganz unterschiedlichem Hintergrund, Erfahrung und Persönlichkeit sich mit Stolz zusammenfügen, um für Deutschland spielen zu dürfen», schrieb die Jury weiter. Löw habe «mit einer gelassen wirkenden Unbeirrbarkeit seinen Kurs auch im medialen Wechselbad von Lobeshymnen und Abgesängen zielstrebig verfolgt.»

Nach der Laudatio durch Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) will Löw endlich die Ehrungen wieder hinter sich lassen. «Die Auszeichnung ist für mich natürlich eine große Ehre. Sie ist so etwas wie das Sahnehäubchen auf den WM-Pokal», sagte er schon in seiner Dankesrede nach der Wahl zum Welttrainer. Der WM-Vorhang soll gedanklich fallen. «Oben zu bleiben wird schwieriger, als nach oben zu kommen», mahnte Löw in der Gala-Nacht von Zürich.

Das neue Ziel des Weltmeister-Trainers, der im vergangenen Dezember mit seinen Fußballern in Baden-Baden auch zur «Mannschaft des Jahres» auserkoren wurde, ist klar: Er möchte eine Ära prägen. Eine Ära, wie sie Spanien als Europameister 2008, Weltmeister 2010 und erneut Europameister 2012 prägte. «Spanien ist ein gutes Beispiel für uns. Die Spanier haben drei Titel in Folge gewonnen», sagte Löw. «Das ist die Herausforderung für die nächsten Jahre.»