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Das Werben um neue Fluggesellschaften zeigt Erfolg: Der Flughafen Stuttgart hat mit Ryanair eine weitere Billig-Airline gewonnen.
Das Werben um neue Fluggesellschaften zeigt Erfolg: Der Flughafen Stuttgart hat mit Ryanair eine weitere Billig-Airline gewonnen. © dpa
17.12.2014

Von April 2015 an: Ryanair im Anflug auf den Flughafen Stuttgart

Stuttgart. Das Werben um neue Fluggesellschaften zeigt Erfolg: Der Flughafen Stuttgart hat mit Ryanair eine weitere Billig-Airline gewonnen. Von April an fliege die irische Fluggesellschaft sechs Mal wöchentlich von Stuttgart nach Manchester, teilte die Airline am Dienstagabend in Stuttgart mit.

Flughafenchef Georg Fundel hatte erst jüngst angekündigt, dass der Flughafen auf einen breiten Mix aus Airlines setzen wolle, um das Spardiktat der Fluggesellschaften abzufedern. «Wir versuchen, jede Airline mit ihren Stärken auf den Hof zu holen», sagte er kürzlich. Erst vor wenigen Wochen hatte der Flughafen angekündigt, dass Easyjet - ebenfalls von April an - in Stuttgart startet. Über weitere Neuzugänge ist bislang noch nichts bekannt.

Der Stuttgarter Flughafen versucht mit Hilfe von neuen Airlines die zuletzt stagnierenden Passagierzahlen auszugleichen. In diesem Jahr rechnet Fundel mit einem Anstieg um 1 Prozent - nach 9,6 Millionen Fluggästen im Vorjahr. 2015 dürfte das Wachstum etwas höher ausfallen. Der Zugang von Ryanair sei deshalb erfreulich, weil die Fluggesellschaft üblicherweise mit großen Maschinen fliege und so besonders viele Passagiere befördere, sagte eine Flughafen-Sprecherin.

Über den Start von Ryanair in Stuttgart war bereits spekuliert worden. Ryanair fliegt im Südwesten bereits seit 2003 vom Flughafen Karlsruhe-Baden, an dem der Stuttgarter Flughafen beteiligt ist. «An Verbindungen von und nach Stuttgart ist Ryanair schon seit längerem interessiert», sagte Fundel und wertete den Einstieg als Zeichen, dass die Region ein attraktiver Markt für Fluggesellschaften ist. Air Berlin hatte erst jüngst eine Verbindung nach Abu Dhabi angekündigt.

Ryanair ist nach Passagierzahlen die größte Fluggesellschaft Europas. Die Iren haben in diesem Jahr begonnen, größere deutsche Verkehrsflughäfen anzufliegen und starten inzwischen beispielsweise in Hamburg und nicht mehr in Lübeck. Noch bilden zwar Regionalflughäfen wie Weeze bei Düsseldorf und Hahn im Hunsrück die Schwerpunkte im deutschen Ryanair-Flugplan. Doch die Iren wollen das ändern: «Wir kommen in alle eure größeren Flughäfen außer Frankfurt», hatte Ryanair-Marketingchef Kenny Jacobs in der «Wirtschaftswoche» angekündigt - und namentlich den Münchner Flughafen genannt.

Für Ryanair dürfte es allerdings nicht leicht werden, auch Flüge von München aus anzubieten. «Wir haben Ryanair gesagt, dass es nur sehr wenige Slots, also Zeitfenster für Start und Landung, gibt», hatte der Münchner Flughafen-Sprecher Peter Prümm am Montag gesagt.