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Ein 93 Jahre alter früherer Bediensteter des Konzentrationslagers Auschwitz ist am 6. Mai verhaftet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart steht der Mann unter dringendem Tatverdacht, von Herbst 1941 bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1945 Morde im Konzentrationslager unterstützt zu haben.  
Ein 93 Jahre alter früherer Bediensteter des Konzentrationslagers Auschwitz ist am 6. Mai verhaftet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart steht der Mann unter dringendem Tatverdacht, von Herbst 1941 bis zur Auflösung des Lagers im Frühjahr 1945 Morde im Konzentrationslager unterstützt zu haben.   © dpa
12.05.2013

Vorermittlungen gegen neun mutmaßliche KZ-Wächter im Südwesten

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg führt in Baden-Württemberg Vorermittlungen gegen neun mutmaßliche frühere KZ-Wachmänner. Bundesweit recherchiere die NS-Stelle derzeit gegen insgesamt 49 Verdächtige der Jahrgänge 1923/1924 wegen Beihilfe zum Mord im Konzentrationslager Auschwitz, sagte Zentralstellenleiter Kurt Schrimm der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag.

Bereits am Freitag hatte die weltweit einzigartige NS-Fahndungsstelle bekanntgegeben, dass es auch Vorermittlungen gegen neun mutmaßliche frühere Auschwitz-Wachmänner in Bayern gibt. In den beiden Bundesländern lägen die Schwerpunkte der Ermittlungen.

Laut Schrimm ist mit einem Ergebnis in einigen Wochen zu rechnen. Dann könnten die Fälle den zuständigen Staatsanwaltschaften übergeben werden. «Derzeit überprüfen wir, ob die Leute früher in irgendwelche Verfahren verwickelt waren, und wollen feststellen, ob ihre Adressen noch aktuell sind.» Des Weiteren müsse geprüft werden, bei welcher Wachkompanie die mutmaßlichen NS-Schergen «möglichst genau auf den Tag» tätig waren und wie viele Menschen in dieser Zeit im KZ Auschwitz umgebracht wurden.