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Pendler und Schüler können vorerst aufatmen: Bis Dienstag soll nicht gestreikt werden. Foto: dpa
verdi © dpa
23.10.2011

Vorerst kein Streik: Busse und Straßenbahnen fahren zu Wochenbeginn

Stuttgart/Pforzheim. Pendler und Schüler im Südwesten können aufatmen: Die Gewerkschaft Verdi hat angekündigt, bis einschließlich Dienstag im Fahrdienst nicht zu streiken. Ob Bus- und Straßenbahnfahrer an den folgenden Tagen die Arbeit niederlegen, will Verdi zwei Tage vorher bekanntgeben. Die Gewerkschaft hatte angekündigt, in dieser Woche in acht Städten jeweils einmal ganztägig streiken zu wollen. Ab Montag sollen in der Landeshauptstadt jedoch unter anderem Werkstätten der Bus- und Schienen-Betriebshöfe unbefristet bestreikt werden. Zudem bleiben in Stuttgart die Kunden- und Abocenter sowie der Servicedienst im Streik. Zu letzterem zählen die Kontrolleure. Am Samstag waren nach Verdi-Angaben zum Abschluss der Streikwoche mehr als 100 Busfahrer in Pforzheim im Ausstand. Verdi-Sekretär Rüdiger Steinke zeigte sich mit der Beteiligung sehr zufrieden. Auch Mitarbeiter der Werkstatt hätten gestreikt. Nach Polizeiangaben verursachte der Ausstand bis zu seinem Ende um 14.00 Uhr keine Verkehrsprobleme. «Es war alles ruhig», sagte eine Sprecherin. In den Tagen zuvor hatten die Streiks im kommunalen Nahverkehr etwa in Stuttgart oder Karlsruhe den Berufsverkehr massiv gestört. Mit den Aktionen will Verdi Druck auf die Arbeitgeber machen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem volles Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub für alle und kürzere Schichten. Die Arbeitgeber haben kein Verständnis für die Streiks. Die Tarifgehälter der Bus- und Straßenbahnfahrer in Baden-Württemberg liegen nach Angaben des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) um 200 Euro und mehr etwa über jenen in anderen Bundesländern. Der Münchner Arbeitsrechtler Volker Rieble hält den unbefristeten Streik für rechtswidrig. Verdi kämpfe mit einer Forderung nach einem Sonderbonus in Höhe von 50Euro ausschließlich für Gewerkschaftsmitglieder für ein Tarifziel, das aus rechtlichen Gründen nicht zu erfüllen sei, sagte der Professor dem SWR. Die Sonderleistung würde zu einer zwingenden Ungleichbehandlung der gewerkschaftsfreien Mitarbeiter führen. Deshalb sei das Tarifziel rechtswidrig und damit auch der Streik. Man müsse sich fragen, «warum die Arbeitgeber nicht versuchen, bei den Arbeitsgerichten eine Streikuntersagung zu erwirken», sagte Rieble. dpa