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09.11.2015

Waren Geheimdienste an Kiesewetters Todestag in Heilbronn?

Stuttgart (dpa/lsw) - Der NSU-Untersuchungsausschuss geht Angaben nach, wonach Geheimdienstmitarbeiter am Tag der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn gewesen sein sollen. Dazu befragt das Landtagsgremium am Montag (9.30 Uhr) in Stuttgart mehrere Zeugen, darunter des Landesamtes für Verfassungsschutz.

Der Ausschuss untersucht die Bezüge des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zum Südwesten. Dem NSU werden zehn Morde zugerechnet - an neun Migranten und an der Polizistin Kiesewetter. Es gibt aber Zweifel an der Annahme der Bundesanwaltschaft, dass Kiesewetter ein Zufallsopfer der rechtsextremen Terrorzelle war.

Die Angaben über die Anwesenheit von Geheimdienstmitarbeitern am 25. April 2007 in Heilbronn gehen zurück auf einen Artikel des Magazins «Stern» von Ende 2011. Demnach sollen sowohl deutsche als auch amerikanische Geheimdienstmitarbeiter am Tattag in der Stadt gewesen sein. Angeblich ging es um einen Einsatz gegen Islamisten.

Der NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag prüfte die Angaben bereits, konnte sie aber nicht erhärten. Sowohl amerikanische als auch deutsche Behörden, darunter das baden-württembergische Innenministerium, beteuerten, es habe keinen solchen Einsatz gegen Islamisten an dem Tag in Heilbronn gegeben.