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Streikendes Bodenpersonal vom Stuttgarter Flughafen geht am 03.03.2017 vom Staatsministerium in Stuttgart zu ihrem Bus. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu neuen Warnstreiks aufgerufen, um im Vorfeld vor der vierten Tarifverhandlungsrunde Druck auf den Arbeitgeber SGS auszuüben.
Streikendes Bodenpersonal vom Stuttgarter Flughafen geht am 03.03.2017 vom Staatsministerium in Stuttgart zu ihrem Bus. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu neuen Warnstreiks aufgerufen, um im Vorfeld vor der vierten Tarifverhandlungsrunde Druck auf den Arbeitgeber SGS auszuüben. © dpa
03.03.2017

Warnstreiks am Stuttgarter Flughafen erhöhen Druck auf Arbeitgeber

Verspätungen und lange Warteschlangen: Ein erneuter Warnstreik sorgt am Stuttgart Flughafen für Probleme. Das große Chaos bleibt aber aus.

Stuttgart (dpa/lsw) - Neue Warnstreiks des Bodenpersonals am Stuttgarter Flughafen haben am Freitag zu Verspätungen und langen Schlangen geführt. Wie eine Sprecherin des Airports sagte, kam es vereinzelt zu längeren Wartezeiten beim Check-in. Wegen technischer Probleme mussten zwei Flüge gestrichen werden. Zuvor hieß es, dass die Ausfälle streikbedingt gewesen seien.

Aus Sicht der Arbeitnehmer waren die Arbeitsniederlegungen erfolgreich. «Jede Minute Verspätung wird dem Flughafen von den Fluggesellschaften in Rechnung gestellt», sagte Landesfachbereichsleiter, Andreas Schackert. Die Gewerkschaft hatte zu neuen Warnstreiks aufgerufen, um im Vorfeld vor der vierten Tarifverhandlungsrunde am Mittwoch Druck auf den Arbeitgeber auszuüben. Rund 90 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich am Warnstreik, der noch bis zum Betriebsende am Freitag dauern sollte.

Um den Druck zu erhöhen, zogen die Beschäftigten am Freitag vor das Stuttgarter Rathaus und das Staatsministerium, um einen offenen Brief an die Eigner zu übergeben. Der Flughafen gehört der Stadt Stuttgart und dem Land. Sozialbürgermeister Werner Wölfle nahm den Brief an die Stadtverwaltung entgegen. «Ich verstehe Ihre Sorgen und Nöte», sagte er: «Sie werden aber Verständnis haben, dass sich die Stadtverwaltung nicht in Tarifverhandlungen einmischt, bei der sie nicht Verhandlungspartner ist.»

Verdi hofft auf eine weitere Annäherung an ihre Gehaltsvorstellungen, nachdem der Arbeitgeber sein Angebot erst an diesem Mittwoch verbessert hatte. Die zweite Offerte sieht vor, den Stundenlohn im ersten Jahr pauschal für alle Entgeltgruppen um 55 Cent zu erhöhen. Das entspricht einem Plus von 3,6 bis 6 Prozent. 2018 soll das Einkommen für alle um 3,33 Prozent steigen - also je nach Entgeltgruppe circa 31 bis 53 Cent. Neben einer Gewinnbeteiligung für das Jahr 2018 ist der Arbeitgeber zudem bereit, eine Pauschale in Höhe von 700 Euro auszuzahlen. Die Laufzeit des Angebotes wurde zudem von ursprünglich 36 Monaten auf 24 Monate verkürzt.

Die Gewerkschaft erachtet auch dieses Angebot für zu niedrig. Der Flughafen hatte seine Offerte bereits zwei Mal nachgebessert. Verdi verhandelt auch an anderen Flughäfen für bessere Konditionen des Bodenpersonals, unter anderem in Hamburg, Berlin und Frankfurt.