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Die Gastronomen in Baden-Württemberg sind sauer: Das Innenministerium plant, um Alkoholexzessen vorzubeugen, die Sperrzeiten für Gaststätten zu verlängern.
Die Gastronomen in Baden-Württemberg sind sauer: Das Innenministerium plant, um Alkoholexzessen vorzubeugen, die Sperrzeiten für Gaststätten zu verlängern. © Symbolbild: dpa
20.11.2014

Was tun gegen öffentliche Saufgelage? Sperrzeitverlängerung umstritten

Stuttgart. Die Gastronomie im Südwesten lehnt Pläne des Innenministeriums vehement ab, die Sperrzeiten für Gaststätten zu verlängern, um Alkoholexzessen vorzubeugen.

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Können ausgedehnte Sperrzeiten öffentliche Saufgelage eindämmen?

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Nein 68%
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„Die Politik kann ein gesellschaftliches Problem nicht lösen und behilft sich mit wirkungsloser Symbolpolitik auf Kosten der Gastronomie“, sagte Daniel Ohl, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, am Donnerstag in Stuttgart. Der Gemeindetag begrüßte das Vorhaben dagegen als „ersten richtigen Schritt“. Der Verband bleibe aber dabei, dass die Kommunen die Möglichkeit bekommen müssten, ein Alkoholkonsumverbot auf öffentlichen Plätzen aussprechen zu können, sagte eine Sprecherin.

Ein Gesetzentwurf zum Komplex Sperrzeiten werde noch in dieser Legislaturperiode vorgelegt, sagte ein Sprecher von Innenminister Reinhold Gall (SPD) und bestätigte damit einen Medienbericht. Gall greife einen Vorschlag der Experten des von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) initiierten Runden Tisches „Lebenswerter öffentlicher Raum“ auf. Neben dem Eindämmen von Alkoholmissbrauch wolle der Minister es den Kommunen erleichtern, Sperrzeiten bei aktuellen Problemen zu verlängern.

Ohl verwies darauf, dass Baden-Württemberg bereits die strengste Regelung bundesweit habe. Sie reicht allgemein von drei bis sechs Uhr und am Wochenende von fünf bis sechs Uhr. In manchen Ländern, so etwa in Thüringen, Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, gebe es gar keine Sperrzeiten. „Wir können nicht erkennen, dass es einen Zusammenhang zwischen Sperrzeiten und Alkoholmissbrauch gibt.“ Längere Schließzeiten für Gaststätten seien ein „untaugliches Instrument“ gegen Alkoholexzesse, unterstrich der Sprecher des Verbandes mit rund 12.600 Mitgliedsbetrieben.

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