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Der unsachgemäße Umgang mit einem Weihrauchkessel hat die Sakristei einer Kirche in Offenburg-Bohlsbach in Brand gesetzt.
Der unsachgemäße Umgang mit einem Weihrauchkessel hat die Sakristei einer Kirche in Offenburg-Bohlsbach in Brand gesetzt. © Symbolbild: dpa
18.05.2013

Weihrauchkessel setzt Kirchenraum in Brand

Weihrauch, das in katholischen Kirchen reichlich verbrannte Gummiharz aus dem Weihrauchbaum, ist kein ganz ungefährlicher Stoff. In einer bayerischen Kirche war die durch die Verrauchung des Harzes entstandene Feinstaub-Belastung so hoch wie die Belastung an einer vielbefahrenen Straße oder in einer verrauchten Kneipe. In einer Kirche in Offenburg-Bohlsbach wurde dieser Wert kurzzeitig extrem gesteigert – allerdings eher unfreiwillig.

Am Freitagnachmittag wurden Polizei und Feuerwehr zu einem Brand in der Bohlsbacher Kirche gerufen. Vor Ort konnte zunächst starke Rauchentwicklung in der Sakristei wahrgenommen werden. Die anschließenden Überprüfungen ergaben, dass offensichtlich mehrere mit Kerzen gefüllte Kartons sowie diverse Bekleidungstücke Feuer gefangen hatten.

Brandursache dürfte vermutlich der unsachgemäße Umgang beim Anzünden eines Weihrauchkessels gewesen sein. Der hierdurch entstandene Sachschaden beträgt schätzungsweise mehrere Tausend Euro. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr war mit 24 Mann im Einsatz und musste nach der Löschaktion die Kirche belüften, die nicht mehr nur nach Weihrauch geduftet hatte.

Ob nur die unsachgemäße Behandlung des Weihrauchs oder eventuell auch seine psychoaktiven Inhaltsstoffe an der Brandentstehung beteiligt waren, ist nicht bekannt. In Tierversuchen wurde eine angstlösende und antidepressive Wirkung des Harzes festgestellt. Dass Weihrauch ein bisschen wie Cannabis auf die Menschen wirke, scheint aber in der Wissenschaft inzwischen als unwahrscheinlich zu gelten.