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Erneut gab es Proteste gegen die Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21.
Erneut gab es Proteste gegen die Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21. © dpa
10.01.2011

Weitere Bauarbeiten für Stuttgart 21 behindert

STUTTGART. Kurz nach ihrer Wiederaufnahme sind die Bauarbeiten für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 bereits durch neue Proteste behindert worden. Nach einer Baupause während der Schlichtung sollte am Montag auf der Nordseite des Bahnhofes ein Baustelle eingerichtet werden. Rund 50 Gegner der geplanten Verlegung des Bahnhofs unter die Erde demonstrierten vor dem Bauzaun dagegen, dass Baufahrzeuge vordrangen.

Im Auftrag der Bahn wollte der Energieversorger EnBW eine Starkstrom-Kabeltrasse verlegen, um Platz für das geplante unterirdische Technikgebäude für Stuttgart 21 zu schaffen. Die Polizei löste am Mittag eine Blockade direkt vor dem Bauzaun auf.

Etwa ein Dutzend Demonstranten wurden von der Polizei weggetragen. Auf einem Transparent stand „Baustopp selber machen - wir wi(e)der- setzen uns“. Die Aktivisten fühlen sich nach eigenen Angaben den sogenannten Parkschützern zugehörig und wehren sich vor allem gegen die Kosten des 4,1 Milliarden Euro teuren Bahnvorhabens und dessen Risiken.

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 dagegen ist nach eigenen Angaben nicht an der Blockade beteiligt. Dessen Sprecher Gangolf Stocker erwartet zur Demonstration an diesem Montag rund 5000 Teilnehmer. Zu einer Demonstration am 29. Januar rechnet er mit rund 50 000 Menschen.

Die Südwest-Grünen kritisierten, dass die Bauarbeiten für Stuttgart 21 wieder aufgenommen werden. Das „Bahnchaos“ der vergangenen Wochen mache einmal mehr die Absurdität von Stuttgart 21 deutlich, betonte Grünen-Landeschef Chris Kühn. „Was nützt den Menschen ein Tiefbahnhof, wenn die Züge beim ersten Frost auf der Strecke hängen bleiben und im Sommer die Klimaanlagen ausfallen. Die Fahrgäste und die Wirtschaft brauchen einen funktionierenden Bahnverkehr in der Fläche und keine unnützen Leuchttürme.“ Der Baustopp müsse aufrechterhalten werden, bis Mitte des Jahres das Ergebnis des Stresstests für Stuttgart 21 vorliege. Zudem wollen die Grünen einen Volksentscheid.

Die Starkstrom-Trasse liegt zum Teil auf dem Gelände, auf dem die Bahn eine unterirdische Schaltzentrale errichten will. Mit einem 220 Meter langen Bypass für insgesamt fünf Kilometer Kabelstränge soll das Arreal in den nächsten sechs bis acht Wochen für den Bau frei gemacht werden.

Bei Stuttgart 21 soll der Kopfbahnhof der Landeshauptstadt durch eine unterirdische Durchgangsstation ersetzt werden und mit der geplanten Schnellbahntrasse nach Ulm verbunden werden.

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