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Vor Gericht muss sich Wettermoderator Jörg Kachelmann verantworten.
Vor Gericht muss sich Wettermoderator Jörg Kachelmann verantworten. © dpa
06.10.2010

Weitere Ex-Freundin Kachelmanns sagt als Zeugin aus

MANNHEIM. Der Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann ist am Mittwoch mit der Vernehmung einer weiteren ehemaligen Freundin des Angeklagten fortgesetzt worden. Die inzwischen verheiratete 37-jährige Lehrerin sollte zum Intimleben Kachelmanns befragt werden. Der 52-Jährige muss sich wegen besonders schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Die fünfte Große Strafkammer schloss die Öffentlichkeit während der Vernehmung der Zeugin aus, weil Dinge aus dem Intimbereich zur Sprache kommen sollten. Es ist bereits die dritte Frau aus dem Bekanntenkreis des Schweizers, die vor dem Landgericht Mannheim aussagt. Insgesamt sollen zehn Frauen gehört werden. Da Kachelmann im Prozess schweigt, will sich das Gericht ein Bild von seiner Persönlichkeit und seinen Beziehungen zu Frauen machen. Kachelmann bestreitet, dass er seine Freundin in der Nacht zum 9. Februar 2010 in ihrer Schwetzinger Wohnung vergewaltigt und mit einem Messer bedroht habe.

Am vergangenen Montag war eine 23-jährige Auszubildende vernommen worden, die im Alter von 18 Jahren kurzzeitig eine intime Beziehung zu Kachelmann hatte. In den Medien hatte die Frau im Vorfeld des Prozesses gesagt, Kachelmann habe ihr beim Sex wehgetan und dennoch nicht aufgehört. Da auch bei ihrer Zeugenbefragung die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, ist nicht bekannt, ob sie bei dieser Aussage blieb.

Kachelmanns Verteidiger Reinhold Birkenstock äußert sich inzwischen positiv zu der Beweisaufnahme. Am Mittwoch sagte er: "Das Gericht hat einen guten Ton gefunden." Es verfolge bei der Befragung der Zeuginnen die Absicht, auch Entlastendes zu ermitteln. Am ersten Prozesstag hatte der Anwalt noch einen Befangenheitsantrag gegen zwei der Richter gestellt und auch die Vernehmung der "Beziehungszeuginnen" abgelehnt. Die Anträge waren jedoch abgelehnt worden.

Die Hauptzeugin, die Kachelmann wegen Vergewaltigung angezeigt hat, tritt am 13. Oktober in den Zeugenstand. Den späten Vernehmungstermin erklärte die Strafkammer mit Terminschwierigkeiten des Gutachters, der die Aussagetüchtigkeit der Hauptbelastungszeugin beurteilen soll. dpa