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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche Automobil Holding SE, Wendelin Wiedeking, kommt am 22.10.2015 zum Auftakt des Prozesses ins Landgericht in Stuttgart (Baden-Württemberg). Dem früheren Porsche-Vorstand wird im Zusammenhang mit der geplanten aber gescheiterten Übernahme von VW Marktmanipulation vorgeworfen.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche Automobil Holding SE, Wendelin Wiedeking, kommt am 22.10.2015 zum Auftakt des Prozesses ins Landgericht in Stuttgart (Baden-Württemberg). Dem früheren Porsche-Vorstand wird im Zusammenhang mit der geplanten aber gescheiterten Übernahme von VW Marktmanipulation vorgeworfen. © dpa
18.12.2015

Weitere Zeugenbefragungen im Prozess gegen Ex-Porsche-Vorstände

Stuttgart (dpa/lsw). Im Prozess gegen den früheren Porschechef Wendelin Wiedeking und den ehemaligen Finanzvorstand Holger Härter werden am letzten Prozesstag vor den Weihnachtsferien weitere Zeugen befragt. Neben einem Mitarbeiter der Presseabteilung wird ein ehemaliger Vertreter der niedersächsischen Staatskanzlei in den Zeugenstand gerufen (Freitag/09.00 Uhr).

Eine erneute Einlassung des Gerichts auf den jüngsten Vorstoß der Staatsanwaltschaft wird allerdings nicht erwartet. Der Vorsitzende Richter Frank Maurer hatte vergangene Woche deutlich gemacht, dass er es bei einem Teil der Anklage für schwierig halte, den von der Staatsanwaltschaft unterstellten Vorwurf der Marktmanipulation aufrecht zu erhalten. Es werde schwierig, eine Täuschungsabsicht sicher festzustellen. Diese Einschätzung beruhe auf Zeugenaussagen. Die Aktenlage könne noch ein anderes Bild ergeben.

Die Staatsanwaltschaft wirft Wiedeking und Härter vor, die Anleger über ihre wahren Absichten getäuscht zu haben. Die VW-Aktie war damals wegen der Übernahmepläne in die Höhe geschnellt. 2008 schwankte der VW-Kurs stark, Anleger verloren Milliarden. Dreh- und Angelpunkt des Verfahrens ist eine Pressemitteilung Ende Oktober 2008. Härter und Wiedeking hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Porsche scheiterte 2009 mit dem Versuch, Volkswagen zu schlucken. Der Autobauer brach unter seiner hohen Schuldenlast fast zusammen und musste seine Produktion an den europäischen Branchenprimus verkaufen. Als Beteiligungsgesellschaft hält Porsche heute die Mehrheit an VW.