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Foto: Symbolbild © dpa
11.12.2016

Weniger Einbrüche an Weihnachten - Polizei warnt trotzdem

Vor den Festtagen sind Einbrecher noch besonders aktiv, in den Weihnachtsferien dagegen weniger. Zwar nutzen Kriminelle alle Jahre wieder auch Silvester, um bei lautem Geböller in leere Wohnungen und Häuser einzudringen. Die Polizeistatistik notiert in den Weihnachtsferien insgesamt aber weniger Einbrüche im Land als sonst.

«Auch Einbrecher machen Weihnachtsurlaub», erklärt sich ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Baden-Württemberg das Phänomen. Ein Grund zur Entwarnung ist das aus seiner Sicht aber nicht: Für ihre Raubzüge nutzen Einbrecher bevorzugt die dunkle Jahreszeit - und deutliche Abwesenheit ist für sie immer einladend.

Sobald die Tage kürzer werden, beginnt die Einbruchsaison: Während im September 2015 landesweit noch 770 Einbrüche notiert wurden, waren es im November und Dezember mit 1790 beziehungsweise 1785 schon mehr als doppelt so viele. Die meisten Einbrüche geschehen im Schutz der Dunkelheit, zwischen 16.00 und 21.00 Uhr, oft freitags und samstags.

Auffällig dabei ist das Abflauen zum Jahresende hin. «Zwischen den Jahren ist eher Ruhe, dafür ist in der Vorweihnachtszeit viel los», sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Über die Gründe können die Ermittler nur spekulieren. «Es wäre denkbar, dass die Einbrecher auch bei ihren Familien sind. Oder die Einbrecher rechnen damit, dass viele zu Hause sind», mutmaßt der erfahrene Polizist. In der zweiten und dritten Januarwoche steigt die Zahl der Einbrüche dann wieder - «aber nicht so stark wie vor Weihnachten» -, bevor es dann Richtung Frühjahr wieder zurück geht.

Ob Villa oder Wohnung - Einbruchsopfer kann man überall werden. In einer Erdgeschosswohnung reicht ein gekipptes Fenster, das Gelegenheitsdiebe anlockt. Einbrecher kommen aber auch über die Terrasse oder die Wohnungstür ins Haus. Polizisten mahnen immer wieder, Wohnungen und Häuser nicht unbewohnt aussehen zu lassen. Hell erleuchtete Fenster schrecken manchen Einbrecher ab.

Neben Einbruchschutz wie Fensterriegel und Rollladensperren hilft auch immer, dass Nachbarn bei eigener Abwesenheit ein wachsames Auge haben. Und, so sagt ein Ermittler: «Notfalls sofort die 110 wählen.» Bei schneller Alarmierung der Polizei gebe es gute Chancen, einen Einbrecher zu schnappen und den gestohlenen Schmuck, die Armbanduhr oder das Handy zurück zu bekommen.

Wie in anderen Bundesländern waren die Einbruchszahlen im Südwesten

von 2008 bis 2013 geradezu explodiert. «Jetzt ist der Trend gedreht», sagt ein LKA-Sprecher. 2015 gab es im Land 12 255 Einbrüche. Das ist ein Rückgang um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 17,3 Prozent.

Die Details für die Einbrüche in allen Gemeinden im Jahr 2015 können Sie dieser Einbruchskarte entnehmen: Je höher die Zahl der Einbrüche pro 1000 Einwohner, desto dunkler die Farbe - von grün über gelb und rot bis hin zu violett. Klicken Sie für weitere Details auf die einzelnen Gemeinden bzw. Ortsteile. Die Ortsgrenzen weichen zum Teil minimal von der Realität ab.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich somit einiges geändert - teils zum positiven, teils zum negativen. 2014 sah die Karte noch wie folgt aus: