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© Patrick Seeger/dpa
12.11.2017

Weniger Studenten aus Nicht-EU-Ländern starten im Südwesten

Ravensburg/Stuttgart. Die Zahl der neuen Studenten aus Nicht-EU-Ländern ist zu Semesterstart im Südwesten deutlich zurückgegangen. Das Wissenschaftsministerium verzeichnet bisher einen Einbruch um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die «Schwäbische Zeitung» und die «Südwest Presse» am Samstag berichteten. Studenten, die von außerhalb der EU zum Studium nach Baden-Württemberg kommen, müssen vom Wintersemester 2017/2018 an erstmals einen Beitrag von 1500 Euro im Semester leisten.

Die Zahl der ausländischen Studenten an den Südwest-Hochschulen hatte im Wintersemester 2015/16 mit 47 600 den höchsten Stand seit zehn Jahren erreicht. Ihr Anteil an allen Studierenden betrug damals nach Angaben des Statistischen Landesamts 13,3 Prozent. Das war der höchste Wert seit 2007/08 und ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte.

Der Einbruch der Anmeldezahlen ist für Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) keine Überraschung. «Dieser Rückgang bewegt sich in etwa entlang unserer Prognosen», sagte sie den Zeitungen. Die bislang gemeldeten internationalen Studienanfänger bedeuteten für das Land rein rechnerisch Mehreinnahmen von bis zu 14 Millionen Euro im Jahr. Dabei seien allerdings Befreiungen und Ausnahmeregelungen noch nicht berücksichtigt. Die Einschreibefrist ist noch nicht überall beendet, daher sind die Zahlen nur vorläufig.

Die Einführung der Gebühren war zu Jahresbeginn trotz massiver Kritik beschlossen worden. Die SPD im Landtag hält die geplanten Gebühren für den falschen Weg, Haushaltslöcher im Hochschul- und Kulturressort zu stopfen. Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren sieht eine «Bildungshürde», die die Betroffenen diskriminiere. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte die Gebühren. Die Arbeitgeber begrüßten den Schritt hingegen: Deren Einnahmen verschafften den Hochschulen einen Qualitätsvorsprung bei der Internationalisierung.

Nicht alle Studenten aus Nicht-EU-Ländern müssen die Gebühren allerdings berappen. Stipendien und Ausnahmeregelungen sollen insbesondere Studenten aus entwicklungsschwachen Ländern den Schritt an eine Südwest-Hochschule erleichtern. Ausgenommen sind auch Menschen, die in Deutschland ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, anerkannte Asylbewerber oder solche mit Aussicht auf Anerkennung, junge ausländische Forscher, die keine Lehrveranstaltungen besuchen, sowie Teilnehmer an Austauschprogrammen. Auch die einzelnen Hochschulen können Gruppen ihrer eigenen internationalen Studenten von Gebühren befreien.