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Hunderte Russlanddeutsche demonstrieren am 24.01.2016 in Villingen-Schwenningen gegen Gewalt und für mehr Sicherheit in Deutschland. Die Demonstration steht im Zusammenhang mit der angeblichen Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens aus Berlin-Marzahn durch Flüchtlinge - die es aber laut Polizei nicht gab.
Hunderte Russlanddeutsche demonstrieren am 24.01.2016 in Villingen-Schwenningen gegen Gewalt und für mehr Sicherheit in Deutschland. Die Demonstration steht im Zusammenhang mit der angeblichen Vergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens aus Berlin-Marzahn durch Flüchtlinge - die es aber laut Polizei nicht gab. © dpa
25.08.2017

Werben um die Wertkonservativen - CDU und AfD locken Russlanddeutsche

Pforzheim/Stuttgart. Der Schock sitzt bei der CDU offensichtlich tief: 24,2 Prozent holte die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) bei der baden-württembergischen Landtagswahl 2016 im Wahlkreis Pforzheim.

Für die CDU gab es dort im Vergleich zur Wahl 2011 ein Minus von mehr als 20 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent. Ein Ergebnis der Analyse der Landtagswahl war, dass sich vor allem Russlanddeutsche und Menschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die heute in Deutschland leben, von der Partei entfernt haben. «Wir haben uns als CDU nicht mehr genug um sie gekümmert», räumt Manuel Hagel ein, der Generalsekretär der Südwest-CDU.

Rund 1,5 Millionen Russlanddeutsche sind bundesweit wahlberechtigt, im Südwesten rund 200 000. Allein im Pforzheimer Stadtteil Haidach leben rund 5500 Deutsche aus Russland. Zur Bundestagswahl werben die Rechtspopulisten gezielt um die Stimmen der Russlanddeutschen - auch in Russisch. In Pforzheim kämpft der in Kasachstan geborene Waldemar Birkle um ein Direktmandat für die AfD.

Die Union versucht gegenzuhalten. Die CSU hat bereits im Frühjahr eine Wahlkampagne in russischer Sprache in sozialen Netzwerken vorgestellt. Die Südwest-CDU gründet an diesem Samstag in Stuttgart ein Netzwerk Spätaussiedler und Heimkehrer - das gibt es bereits auf Bundesebene und auch in anderen Bundesländern.

Viele Aussiedler und Spätaussiedler wählten lange die CDU - aus Dankbarkeit, weil die Partei sich unter Kanzler Helmut Kohl für die Heimkehr der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion eingesetzt hatte. Wie kommt es, dass Menschen, die selbst so etwas wie eine Zuwandererfahrung haben, nun eine rechtspopulistische Partei wählen?

AfD-Kandidat Birkle ist auch einer der Sprecher einer jüngst gegründeten Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD, die bundesweit agiert. Es soll nach seinen Worten als Bindeglied zwischen AfD und Russlanddeutschen dienen. Birkle wirft der CDU vor, sie habe jahrelang von den Wählerstimmen der Russlanddeutschen profitiert, sich aber nicht für ihre Interessen eingesetzt.

Wissenschaftlerin Sabrina Mayer von der Universität Duisburg-Essen untersucht das Wahlverhalten von Migranten. «Die Bindung von Russlanddeutschen an die CDU geht stark zurück», sagt sie. Die Dankbarkeit gegenüber der Partei spiele bei der zweiten Generation der Russlanddeutschen, die in Deutschland geboren wurde, keine große Rolle mehr. «Das ist nicht mehr unsere Partei», sagten viele Russlanddeutsche - vor allem seit der Flüchtlingskrise 2015.

Bundesweit offensichtlich wurde dies im Frühjahr 2016, als diese Bevölkerungsgruppe auf Anti-Flüchtlings-Demos auffiel. Der Auslöser war der «Fall Lisa» in Berlin. Es hieß, das russisch-deutsche Mädchen sei von drei südländisch aussehenden Männern entführt und vergewaltigt worden. Das erwies sich als Falschmeldung - sie zog dennoch weite Kreise, vor allem in den sozialen Medien.

Ernst Strohmaier ist selbst erst 1987 in die DDR gekommen. Er ist Vize-Bundeschef der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Strohmaier, CDU-Mitglied, soll Vorsitzender des neuen Netzwerks Spätaussiedler und Heimkehrer werden. Er spricht von einem «größeren Integrationsbedarf», den viele Deutsche aus Russland selbst noch hätten. «In der ehemaligen Sowjetunion lebten viele Deutsche zurückgezogen.» Dies habe sich dann hier oft fortgesetzt.

Der eigenen Familie und christlichen Werten komme eine sehr große Bedeutung zu, sagt Strohmaier. Und Altersarmut unter Deutschen aus Russland sei ein großes Problem. «Es ist erschreckend, wie viele in ihren alten Jahren zur Tafel gehen müssen, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben.» AfD-Kandidat Birkle beteuert hingegen, es gehe den Russlanddeutschen nicht ums Geld. «Wir wollen in diesem Land sicher leben», sagt er und verweist dabei auf die Kriminalität.

Nach Einschätzung von Wissenschaftlerin Mayer ist es auch die positive Haltung der AfD zu Russland, die manche Russlanddeutsche in die Arme der Partei treibe. In ihrem Programm zur Bundestagswahl tritt die AfD für ein Ende der Sanktionspolitik gegen Russland ein. «Das ist wichtig, weil einige noch Verwandte in Russland haben.»

Nach den Worten von CDU-Landesgeneralsekretär Hagel soll das Netzwerk als Plattform zum Austausch dienen. «Wir möchten zuhören, was die Menschen umtreibt.» Für AfD-Bundeschef Jörg Meuthen ist das Netzwerk ein Versuch der CDU, verloren gegangenes Terrain zurückzugewinnen. «Russlanddeutsche sind tendenziell wertkonservative Menschen», sagt er. Unter Merkel sei die CDU sozialdemokratisiert worden. «Durch die Gründung eines Netzwerkes wird die CDU nicht konservativer.»

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rouge ordinär
26.08.2017
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Jetzt sind die Rußlanddeutschen in der christdemokratischen Realität angekommen. War ein toller Schachzug, man befreit deutsche Menschen aus der russischen Unterdrückung, sichert sich damit ihre Dankbarkeit in Form von Wählerstimmen und kann sich noch ein humanitäres Mäntelchen umhängen. Ob und wie diese Leute in der neuen Heimat zurechtkommen ist uninteressant. Mit dem Fall der Mauer wiederholt sich das Szenario. Wieder Befreiung, Versprechen der "blühenden Länder", Wählerstimmen aus ...... mehr...

Eiermann
26.08.2017
Werben um die Wertkonservativen - CDU und AfD locken Russlanddeutsche

Kein wertkonservativer Mensch wird "Mutti Multikulti - keine Obergrenze" wählen. Sie hat die konservativen Bürger, die auf die CDU vertraut haben, hintergangen und hat die Partei nach links geführt. mehr...

Ladygaga
26.08.2017
Werben um die Wertkonservativen - CDU und AfD locken Russlanddeutsche

@Eiermann--genauso ist es....ich denke das wird Mutti einige Punkte kosten. Zurecht... mehr...