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Foto: Symbolbild © dpa
29.09.2015

Wieder Streit und Gewalt in Flüchtlingsunterkünften

In zwei baden-württembergischen Flüchtlingsunterkünften sind Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern so eskaliert, dass die Polizei mit einem Großaufgebot eingreifen musste. In Donaueschingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) war am Montagabend ein Streit um die Benutzung der Duschräume Auslöser für Tumulte.

Die Polizei rückte mit 19 Streifenwagen an, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Dabei sei niemand verletzt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Zwei Beteiligte kamen in Gewahrsam. Auf dem ehemaligen Kasernenareal leben etwa 1600 Asylsuchende.

Als sich am Abend die ersten Bewohner stritten, rief der Sicherheitsdienst die Polizei. Die Beamten sahen sich mit bis 150 Bewohnern konfrontiert, deren Stimmung äußerst gereizt und aggressiv war, wie ein Sprecher mitteilte. Die Polizei konnte zunächst für Ruhe sorgen.

Danach begegneten sich die Kontrahenten auf dem Gelände wieder und der Streit ging von vorne los. Ein 37-jähriger Rädelsführer kam für die restliche Nacht in eine Arrestzelle. Ebenfalls wurde ein 24-Jähriger in Gewahrsam genommen, der aus einem Fenster mit einer Glasflasche auf die Menge geworfen hatte. Am frühen Dienstagmorgen beruhigte sich die Lage und die Polizei zog ab.

Bereits am Dienstag vergangener Woche hatten rund 400 Menschen in der Unterkunft gegen eine geplante Verlegung protestiert. Zwei Tage später stellten Beamte auf dem Gelände Eisenstangen und Holzlatten sicher, die zu Schlagwaffen umfunktioniert worden waren.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen (Ostalbkreis) gerieten am Montagnachmittag zwei 30 und 31 Jahre alten Syrer derart aneinander, dass der Ältere verletzt wurde. Nach Auskunft der Polizei vom Dienstag wurde der Mann mit einer Aluminiumstange geschlagen und erlitt eine Kopfplatzwunde. Ein Polizeisprecher sprach von einer extrem aufgeheizten Stimmung.

Der Streit flammte am späten Nachmittag wieder auf, erneut rückten Polizisten an. Diesmal waren die Bewohner zweier Zimmer verwickelt. Dabei gab es mehrere Verletzte. Die beiden am ersten Streit schon beteiligten Syrer sowie deren Verwandte waren aufeinander losgegangen. Weil zu befürchten stand, dass die Beteiligten keine Ruhe geben würden, ordnete eine Richterin für vier Männer Gewahrsam an. Der Grund des Streits war unklar. Bereits im August hatte es mehrere Zwischenfälle in der Erstaufnahmestelle gegeben.

In Oberteuringen (Bodenseekreis) brannte am Dienstagmorgen die Fassade einer geplanten Flüchtlingsunterkunft. Die Brandursache war zunächst noch nicht bekannt. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 20 000 Euro. Vor wenigen Tagen war ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) verübt worden.

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