nach oben
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (links) applaudiert Michael Theurer nach dessen Wiederwahl zum Landesvorsitzenden. Auch Generalsekretärin Judith Skudelny wurde von den Delegierten in Karlsruhe im Amt bestätigt. Foto: dpa
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke (links) applaudiert Michael Theurer nach dessen Wiederwahl zum Landesvorsitzenden. Auch Generalsekretärin Judith Skudelny wurde von den Delegierten in Karlsruhe im Amt bestätigt. Foto: dpa
09.07.2017

Wiedergewählter FDP-Landeschef Theurer stimmt Liberale auf Wahlkampf ein

„Von unserem Abschneiden hängt der Wiedereinzug der freien Demokraten in den Deutschen Bundestag ab“, sagte Michael Theurer am Samstag vor 400 Delegierten beim Landesparteitag in Karlsruhe. Der mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigte FDP-Landeschef hat die Liberalen auf den Bundestagswahlkampf eingestimmt. Baden-Württemberg müsse am 24. September ein überdurchschnittliches Ergebnis für dei FDP bringen.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder in den Bundestag einziehen, und arbeite jeden Tag daran“, sagte der Europa-Abgeordnete, der Spitzenkandidat der Südwest-Liberalen für die Bundestagswahl ist. Im Wahlkampf gelte es, die Mobilisierung der eigenen Mitglieder in den Mittelpunkt zu rücken. „Jetzt gehts los!“

Theurer wurde mit 88,6 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Vor zwei Jahren hatte er 95,5 Prozent der Stimmen erhalten. Der Pforzheimer FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke als sein „Vize“, der Pfarrer Pascal Kober und die Juristin Gabriele Heise – sowie Generalsekretärin Judith Skudelny wurden ebenfalls in ihren Positionen bestätigt. Der 50-Jährige Theurer peilt ein FDP-Ergebnis von „acht Prozent plus X“ im Südwesten bei der Bundestagswahl an. Nach einer Befragung von Infratest dimap im Auftrag des Südwestrundfunks (SWR) und der „Stuttgarter Zeitung“ kommt die FDP bei der Sonntagsfrage derzeit auf neun Prozent (Wahlergebnis 2013: 6,2). Mit 6700 Mitgliedern ist Baden-Württemberg der zweitstärkste Landesverband nach Nordrhein-Westfalen. Die Abstimmung in zweieinhalb Monaten ist aus Sicht Theurers eine Richtungswahl. Eine gute Konjunktur und geringe Arbeitslosigkeit seien nicht Ergebnis guter Regierungsarbeit, sondern der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Defizite der Regierung sieht Theurer im Umgang mit der Digitalisierung. Kleine und mittlere Unternehmen drohten von einem „digitalen Tsunami“ hinweggefegt zu werden. Nach kontroverser Debatte votierten die Delegierten mit einer knappen Mehrheit von 183 zu 166 Stimmen gegen eine völlige Liberalisierung der Landesschlusszeiten, wie es die FDP im Bund fordert.