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Der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) will 2014 Brüssel den Rücken kehren und im Alter von 60 Jahren nochmal durchstarten. Eine Rückkehr in die Landespolitik schließt der frühere Ministerpräsident in Baden-Württemberg nicht völlig aus.
Der EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) will 2014 Brüssel den Rücken kehren und im Alter von 60 Jahren nochmal durchstarten. Eine Rückkehr in die Landespolitik schließt der frühere Ministerpräsident in Baden-Württemberg nicht völlig aus. © dpa
08.01.2012

Will Ex-Ministerpräsident Oettinger Comeback in Stuttgart?

EU-Energiekommissar Günther Oettinger will zum Ende seiner ersten Amtszeit 2014 Brüssel den Rücken kehren und im Alter von 60 Jahren noch einmal durchstarten. Der Ex-Ministerpräsident in Baden-Württemberg strebt einen neuen Job in der freien Wirtschaft an. Eine Rückkehr in die Landespolitik schloss der CDU-Politiker jedoch nicht völlig aus.

«Meine Lebensplanung sieht vor, dass ich meinen Job in Brüssel ordentlich mache - also noch drei Jahre. Dann strebe ich außerhalb der Politik eine weitere Aufgabe an», sagte Oettinger im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Zuletzt gab es angesichts der großen Beliebtheit des ehemaligen Regierungschefs in der entmachteten CDU Spekulationen über ein Comeback Oettingers. JU-Landeschef Nikolas Löbel meinte, es sei keine schlechte Idee, Oettinger bei der Landtagswahl 2016 als Spitzenkandidat aufzubieten. Auch im Umfeld von Oettingers entthrontem Nachfolger und langjährigem Gegenspieler Stefan Mappus wird damit gerechnet, dass sich der EU-Kommissar auf ein Comeback im Land vorbereitet. Es falle auf, wie häufig Oettinger trotz seines zeitraubenden Jobs im Südwesten unterwegs sei, hieß es.

Der 58-jährige Oettinger bestritt aber solche Ambitionen: «Ich bin nicht mehr im Spiel, ich bin draußen. Ich habe nicht die Absicht gehabt, nach Brüssel zu gehen, um dann aktiv in die frühere Arbeitsebene zurückzukommen - egal in welcher Funktion.» Als ehemaliger Ministerpräsident genieße man häufig große Sympathie in der eigenen Partei. «Lothar Späth und Erwin Teufel haben nach ihren Ausscheiden eine vergleichbare Anerkennung in der CDU Baden-Württemberg erfahren.»

Der CDU-Politiker war Anfang 2010 von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem schwachen Ergebnis bei der Bundestagswahl im Südwesten für den Posten in Brüssel nominiert worden. Wer in gut vier Jahren für die CDU in Baden-Württemberg antrete, stehe derzeit überhaupt nicht zur Debatte, sagte der EU-Kommissar. «Das ist ein Spiel mit nur unbekannten Karten.» Bis dahin werde es zahlreiche Wahlen geben, unter anderem die Bundestagswahl 2013.

Oettinger sagte, auch sei völlig unklar, ob die Grünen 2016 nochmal mit Winfried Kretschmann in die Wahl zögen. «Mit Verlaub, der Winfried Kretschmann hat auch noch keine Entscheidung getroffen, wie es ihm in vier Jahren geht, ob er sich noch weitere fünf Jahre zumuten will.» Klar sei aber: «Die CDU muss akzeptieren, dass sie noch vier Jahre nicht regieren wird, dass Grün-Rot halten wird.» Es sei aber erfreulich, dass Fraktionschef Peter Hauk und der Parteivorsitzende Thomas Strobl sich gut ergänzten. «Wir haben ein Team an der Parteispitze.» dpa

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