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Archivfoto: Polizisten stehen vor der Albertville-Realschule in Winnenden (12.03.2009).
Winnenden-Prozess: Freund von Todesschützen soll aussagen © dpa
23.11.2010

Winnenden-Prozess: Tim K. zeigte Waffen im Tresor

STUTTGART. Der Amokläufer von Winnenden hat einem Freund den Tresor im Elternhaus geöffnet und ihm eine oder mehrere Waffen darin gezeigt. Dies berichtete der 18-Jährige am Dienstag im Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden vor dem Landgericht Stuttgart. Der Zeuge konnte sich aber nicht mehr daran erinnern, wie Tim K. im Jahr 2008 den Tresor geöffnet hatte und ob er die Pistolen herausgeholt habe.

Der junge Mann gilt als bester Freund des Todesschützen, der im März 2009 insgesamt 15 Menschen und sich selbst umgebracht hatte. Er beschrieb ihn als «ganz normal». Auch am Tag vor dem Massaker habe er nichts Auffälliges an ihm bemerkt.

Der Vater des Amokläufers muss sich seit zwei Monaten vor Gericht verantworten, weil er eine seiner Pistolen unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt hatte. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Waffengesetz, doch auch eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung gilt als denkbar. Dann drohen dem Vater bis zu fünf Jahre Haft.