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Das FDP-Mitglied Alexander Kulitz hat sich parteiinterne Abläufe kritisiert.
Das FDP-Mitglied Alexander Kulitz hat sich parteiinterne Abläufe kritisiert. © dpa
17.11.2016

Wirtschaftsliberaler Kulitz beklagt «Kungelei» in der Südwest-FDP

Stuttgart. Wirtschaftsmanager und FDP-Mitglied Alexander Kulitz hat vor der Benennung liberaler Bundestagskandidaten parteiinterne Abläufe kritisiert. «Die Vorabsprachen, die gerade in Hinterzimmern ablaufen, sind Kungelei und fördern nur die Politikverdrossenheit», sagte der Vize-Bundeschef der Wirtschaftsjunioren, einem Zusammenschluss von 10.000 jungen Firmenchefs und Führungskräften.

Kulitz bezieht sich auf Absprachen zwischen FDP-Bezirken vor der Bundestagswahl-Listenaufstellung am Samstag in Donaueschingen. Kulitz will sich auf einen aussichtsreichen Listenplatz bewerben. In seinem Bezirk Ulm ist die FDP relativ schwach, eine starke Hausmacht bringt Kulitz daher nicht mit.

Bei dem zunehmenden Vertrauensverlust der Bürger in die etablierten Parteien sollten die Liberalen mit gutem Beispiel vorangehen und fairen Wettbewerb zulassen, sagte der Liberale. Er hofft, dass die besten Kandidaten «ohne Rücksicht auf Quoten und Absprachen» auf vordere Plätze gewählt werden. «Letztendlich muss die Liste nicht der Partei gefallen, sondern den Wählern», sagte der 35 Jahre alte Juniorchef des Familienunternehmens Esta, einem Spezialisten für Absaugtechnik.

Kulitz trat bereits zur Landtagswahl als FDP-Kandidat an, scheiterte aber. Seine erneute Kandidatur - diesmal für den Bundestag - begründet er unter anderem damit, dass Mittelständler von der Politik zwar häufig «hofiert» würden, «jedoch im politischen Alltag und bei der Ausgestaltung der Gesetze meist keine Berücksichtigung finden».

«Für eine authentische und vernünftige Wirtschaftspolitik brauchen wir mehr Unternehmer in den Parteien und Parlamenten», sagte der Wirtschaftsjurist und monierte, dass sich insbesondere junge Unternehmer zu wenig politisch engagierten. Die Parteien müssten daher auch Quereinsteigern aus der Wirtschaft die Chance auf politische Mandate geben. «Hierbei könnten die Südwest-Liberalen am Samstag in Donaueschingen mit gutem Beispiel vorangehen und der alten "Amigo-Kungelei" der Berufspolitiker eine Absage erteilen.»

Bei der Landesvertreterversammlung an diesem Samstag in Donauschingen wollen die Südwest-Liberalen ihren Startschuss geben für die Rückkehr in den Bundestag, aus dem sie 2013 nach einer herben Wahlschlappe geflogen waren. Im Vergleich zu anderen Bundesländern schneidet die FDP in Baden-Württemberg traditionell stark ab. Spitzenkandidat soll Landeschef Michael Theurer werden, der bei einem Wahlerfolg im Herbst 2017 vom Europaparlament in den Bundestag wechseln würde.