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Unser Bild zeigt Castor-Behälter, die in Dannenberg mit einem Verladekran vom Zug auf Tieflader umgeladen werden. Wenn demnächst deutscher Atommüll aus dem Ausland wieder zurück nach Deutschland kommt, wid ein Teil vielleicht auch in Baden-Württemberg zwischengelagert.
Unser Bild zeigt Castor-Behälter, die in Dannenberg mit einem Verladekran vom Zug auf Tieflader umgeladen werden. Wenn demnächst deutscher Atommüll aus dem Ausland wieder zurück nach Deutschland kommt, wid ein Teil vielleicht auch in Baden-Württemberg zwischengelagert. © dpa
14.02.2014

Wo gibt es in Baden-Württemberg Platz für Castor-Behälter mit Atommüll?

Irgendwo müssen die 26 Castor-Behälter mit Atommüll hin, die von 2015 an aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Baden-Württemberg ist grundsätzlich bereit, einen Teil zu übernehmen. Die CDU ist dagegen.

Im Gegensatz zur grün-roten Landesregierung stemmt sich die CDU gegen ein Zwischenlager für Castor-Behälter in Philippsburg. Zum einen brauche man zur Lagerung eine besondere Anlage, die auf jeden Fall einen dreistelligen Millionenbetrag koste, sagte CDU-Fraktionschef Peter Hauk der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Zum anderen kämen die Castoren spätestens 2016 aus dem Ausland - bis dahin könne ein Zwischenlager nicht fertig sein. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bekräftigte hingegen am Freitag die grundsätzliche Bereitschaft, einige Castoren zu übernehmen. Ob es aber dazu komme, sei keinesfalls schon entschieden.

Deutschland muss von 2015 an 26 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll aus Wiederaufbereitungsanlagen im britischen Sellafield und La Hague in Frankreich zurücknehmen. Drei Bundesländer sollen diese gemäß der Absprachen für eine neue Endlagersuche vorerst unterbringen. Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, sagte nach einem Treffen in Berlin, er sei guten Mutes, dass es bis Ostern eine Lösung gebe.

Bisher hat sich neben Baden-Württemberg auch Schleswig-Holstein grundsätzlich zur Aufnahme bereiterklärt. Eine weitere Option könnte Biblis in Hessen sein. Untersteller sagte der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart, auch Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern seien noch als Standorte für Zwischenlager für die zurückkehrenden Castoren in der Diskussion. «Insbesondere könnte ich mir vorstellen, dass Bayern sich endlich konstruktiv in die Gespräche einbringt», appellierte er. Sich wegzuducken sei für ein Land wie Bayern ein Armutszeugnis.

Die Behälter sollen aber nicht mehr in das Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben, um keine weiteren Fakten für ein Endlager im nahe gelegenen Salzstock zu schaffen - Gorleben bleibt bei der neuen Endlagersuche aber im Topf. Hauk erklärte hingegen, er sehe - unter sicherheitstechnischen Aspekten - keinen anderen Standort als Gorleben, der aktuell ein Zwischenlager sein könne. Untersteller widersprach scharf: «Gorleben ist definitiv aus dem Spiel. Das ist im Standortauswahlgesetz festgelegt; auch mit Zustimmung der CDU.»

Keine weiteren Castortransporte nach Gorleben sei eine Bedingung gewesen, um eine ergebnisoffene Endlagersuche auf den Weg zu bringen, erinnerte Untersteller. «Es zeugt deshalb von wenig Verantwortungsgefühl und Sachkenntnis, Gorleben als Zwischenlagerstandort in Erwägung zu ziehen.» Baden-Württemberg hatte dazu beigetragen, dass die Suche nach einem geeigneten Standort für ein atomares Endlager wieder in Gang kam, indem die Landesregierung unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auch Baden-Württemberg als möglichen Standort nicht ausschloss.