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Nach einer Verpuffung sind in diesem Wohnhaus in Karlsruhe drei Tote gefunden worden. Foto: Jodo-Foto / Joerg Donecker
In diesem Haus im Karlsruher Stadtteil Wolfartsweiher starben mehrere Menschen durch eine Verpuffung. Es könnte sich um eine Familientragödie handeln. © Bodendorff
21.11.2015

Wohnung fliegt in die Luft: Feuerwehr findet in den Flammen vier Tote

Karlsruhe. In einem Mehrfamilienhaus an der Albert-Einstein-Straße im Karlsruher Stadtteil Wolfartsweier ist es am Freitag kurz nach 20.15 Uhr zu einer explosionsartigen Verpuffung und anschließend zu einem Feuer mit starker Rauchentwicklung gekommen. Feuerwehrleute fanden in der brennenden Wohnung vier Leichen, darunter zwei Kinder.

Bildergalerie: Familientragödie? Mehrere Leichen in brennender Wohnung gefunden

Zwar spreche einiges für ein Familiendrama, mit Gewissheit könne man das aber noch nicht sagen, erklärte ein Sprecher der Polizei am frühen Samstagmorgen. „Auch die Identität der Opfer steht noch nicht fest.“ Ob alle Toten zu einer Familie gehören und womöglich noch vor der Explosion ihrer Wohnung durch Gewalt starben, konnten die Ermittler noch nicht klären. Die Toten sollen am Montag obduziert werden.

Die Mutter einer Schülerin, die mit einem Familienmitglied befreundet war, hatte am Abend vergeblich an der Wohnungstür der Familie im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses geklingelt. Weil trotz eingeschalteten Lichts niemand aufmachte, informierte die Frau kurz nach 20 Uhr die Polizei. Als die Beamten am Haus eintrafen, kam es zu der Verpuffung in der Wohnung im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses. „Der Balkon ist wie weggesprengt“, sagte der Polizeisprecher. Weit entfernt vor dem Haus lagen Teile des Glaskörpers eines zur Wohnung gehörenden Erkers.

Die anderen Hausbewohner aus der Dachgeschosswohnung und dem ersten Obergeschoss hätten sich selbst in Sicherheit gebracht. Die Betroffenen konnten am Samstag in ihre Wohnungen zurück. „Von statischer Seite her gibt es keine Bedenken“, sagte ein weiterer Sprecher. Die Feuerwehr habe sich das Haus nochmals angesehen und so entschieden. Insgesamt gibt es in dem Gebäude acht Wohnungen. Das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf andere Wohnungen.

Die Feuerwehr entsandte rund 40 Einsatzkräfte mit elf Fahrzeugen zum Brandort, da alles darauf hindeutete, dass sich Menschen in der in Flammen stehenden Wohnung befinden könnten. Mit schwerem Atemschutzgerät arbeiteten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr durch die brennende Wohnung voran und stießen dabei auf drei leblose Körper. Für die Personen, deren Identität bislang nicht zweifelsfrei feststeht, kam jede Hilfe zu spät.

Nach den bisherigen Ermittlungen der sofort hinzugezogenen Kriminalpolizei ist ein Unfallgeschehen auszuschließen. Dem ersten Anschein nach könnten die Hintergründe in einer Familientragödie zu suchen sein. Fundierte Aussagen sind derzeit aber noch nicht möglich. Die Ermittler ermitteln erst noch die Hintergründe des Unglücks. Bereits in der Nacht nahmen Angehörige der Kriminaltechnik die Spurensicherung in der Wohnung auf. Dabei werden die Beamten seit Samstagmorgen auch von Brandsachverständigen des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg unterstützt. Angehörige des Institutes für Rechts- und Verkehrsmedizin der Universität Heidelberg haben ebenfalls Untersuchungen aufgenommen. Entsprechende Obduktionen sind für Montag vorgesehen.

Das Feuer war nach Polizeiangaben schnell gelöscht. Der durch die Verpuffung beziehungsweise das Feuer angerichtete Schaden dürfte sich nach ersten Schätzungen auf über 50.000 Euro beziffern.