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27.03.2012

Wohnung mit bettlägerigem Vater angezündet - Urteil erwartet

Konstanz (dpa/lsw) - Im Prozess gegen einen 35-Jährigen aus Villingen-Schwenningen wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung hat die Verteidigung auf fünf Jahre Haft für den Angeklagten plädiert. Sein Mandant habe von der geplanten Brandlegung gewusst, sagte der Anwalt des Mannes am Dienstag. «Aber der Schlussfolgerung, dass er es war, kann ich mich nicht anschließen.»

Stattdessen sei es möglich, dass dessen 28 Jahre alte Ehefrau und seine 20 Jahre alte «Zweitfrau» das Feuer gelegt hätten. Deren Verteidiger plädierten auf drei Jahre Haft für die Ehefrau und ein Jahr und sechs Monate Jugendstrafe für die 20-Jährige - beides auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte am vorherigen Verhandlungstag 13 Jahre Haft für den Mann gefordert. Seine Ehefrau sollte demnach wegen Beihilfe für fünf Jahre ins Gefängnis, für die 20-Jährige forderte die Anklage dreieinhalb Jahre Jugendstrafe.

Der 35-Jährige hat laut Anklage mit Hilfe der beiden Frauen im vergangenen Sommer die gemeinsame Wohnung angezündet, um die Versicherung zu prellen. Zur Tatzeit befand sich der schwer kranke Vater des Mannes in der Wohnung. Der 79-Jährige hatte bei dem Brand eine schwere Rauchvergiftung erlitten. Das Urteil sollte noch am Dienstag gesprochen werden.