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© dpa
02.11.2015

Wohnungsnot im Südwesten: Tausende Studenten auf der Suche

Stuttgart. Zimmer dringend gesucht: Zahlreiche Studenten im Südwesten sind noch immer auf der Suche nach einer Unterkunft. Derzeit stünden 2600 Interessenten auf der Warteliste, sagte eine Sprecherin des Studentenwerks in Stuttgartt in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Situation sei auch zu Beginn dieses Wintersemesters, das an den meisten Hochschulen Mitte Oktober startete, angespannt. «In unseren 33 Wohngebäuden sind derzeit alle 6755 Plätze belegt. Wir nehmen schon jetzt Bewerbungen für das Sommersemester entgegen.»

Auch in anderen Unistädten sieht es wenige Wochen nach Semesterstart nicht besser aus: In Heidelberg stelle das Studentenwerk insgesamt knapp 4800 Wohnheimsplätze zur Verfügung, sagte eine Sprecherin. Zum Wintersemester seien 1200 davon frei gewesen - auf die sich etwa 4300 Studenten beworben hätten. Derzeit stünden in der Universitätsstadt noch rund 2400 Bewerber auf der Warteliste. Allerdings gäben nicht alle Bewerber eine Rückmeldung, wenn sie inzwischen eine andere Unterkunft gefunden oder aber keine Studienzulassung erhalten hätten.

Wegen des hohen Bedarfs seien auch in diesem Jahr wieder Notunterkünfte für Studenten eingerichtet worden, sagte die Sprecherin. Seit Eröffnung Anfang September wurden etwa 71 Plätze in Anspruch genommen. «Es ist ein tägliches Kommen und Gehen.»

In Karlsruhe fehlen nach Angaben des Studierendenwerks noch 500 bis 1000 Plätze in Wohnheimen. Für die rund 1000 Wohnheimplätze, die pro Jahr vergeben werden können, gebe es jeweils rund 3000 Bewerbungen, sagte der Sprecher Thomas Mosthaf. Notunterkünfte gibt es in Karlsruhe aber nicht. Wer zu Semesterbeginn keine Wohnung gefunden habe, komme in der Regel erstmal bei Freunden unter oder pendele. Einige Studenten wohnen vorübergehend auch in Hotels oder auf Campingplätzen. «Ein Problem ist, dass die meisten im Herbst kommen», sagte Mosthaf. Der Wohnungsmarkt verkrafte das nicht. Aber die Erfahrung zeige: «Langfristig bleibt keiner auf der Straße.»

In Ulm studieren derzeit rund 14 900 Studenten an der Universität und an der Hochschule. «Anfang des Semesters hatten wir lange Wartelisten, aber das hat sich entspannt», sagte die Sprecherin des Studentenwerks, Silke Schröder. Momentan warteten zwar noch 200 Studenten auf einen Wohnheimplatz. Aber: «Die stehen nicht auf der Straße, sondern pendeln zum großen Teil für ein Semester nach Ulm.»

Insgesamt stünden in der Donaustadt 1533 Wohnheimplätze zur Verfügung. Die Belegungsquote liege bei 99,6 Prozent. «Es gibt keinen Leerstand bei uns», sagt Schröder. Privatzimmer von Vermietern werden ebenfalls vermittelt. Außerdem stellen Studenten und Hochschulmitarbeiter zur Not kurzfristig einen Schlafplatz über ein Online-Portal zur Verfügung. «Sowas wie ein Couchsurfing-Portal», erklärt Schröder.