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CDU-Spitzenkandidat, CDU-Fraktionschef - und CDU-Landeschef?Diesen letzten Schritt behält Guido Wolf sich noch vor. Grün-Rot und den beliebten Regierungschef Kretschmann will er mit Fakten entlarven.
Wolf hält sich Übernahme des CDU-Landesvorsitzes offen © dpa
29.01.2015

Wolf hält sich Übernahme des CDU-Landesvorsitzes offen

Stuttgart. CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf hält sich die Übernahme des CDU-Landesvorsitzes im Herbst von Thomas Strobl doch noch offen. «Wir nehmen uns für Entscheidungen Zeit, und wir treffen Entscheidungen, wenn sie anstehen», sagte der 53-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Wolf betonte, dass er und Strobl professionell und auch freundschaftlich miteinander umgingen. «Unser gemeinsames Ziel ist, Grün-Rot 2016 abzulösen.»

Im Dezember hatte Wolf überraschend die CDU-Mitgliederbefragung zur Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2016 gewonnen - Landeschef Strobl hatte das Nachsehen. Die beiden wollen jetzt zunächst eine Doppelspitze bilden. Im Herbst stehen aber Vorstandswahlen in der Südwest-CDU an. Am Dienstag hatte Wolf bereits den CDU-Fraktionsvorsitz im Landtag übernommen. «Ich will die Fraktion zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenführen», kündigte er an.

Wolf hält die Meinung für überholt, dass die CDU-Fraktion aus Lagern bestehe, die teilweise nicht an einem Strang ziehen. «Nach meiner Wahl zum Fraktionschef sollte man sich von Lagertheorien endgültig verabschieden.» Schließlich habe er das beste Wahlergebnis beim Fraktionsvorsitz seit 1999 bekommen. Wolf war mit sieben Nein-Stimmen zum Fraktionschef gewählt worden. Der frühere Vorsitzende Peter Hauk hatte allerdings bei der Wahl zum ersten Stellvertreter mit 16 Nein-Stimmen ein deutlich schlechteres Ergebnis eingefahren.

Wolf ist als Spitzenkandidat Herausforderer von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Landtagswahl in rund 14 Monaten. Der grüne Regierungschef ist im Land äußerst beliebt. Für die CDU stellt sich die Frage, wie sie im Wahlkampf mit Kretschmann umgehen will. Wolf sagte nun: «Wir werden es der Regierung nicht durchgehen lassen, nur von den Sympathiewerten eines Spitzenpolitikers zu profitieren, sondern harte Fakten abfragen.» Die CDU wolle alternative Konzepte vorlegen - etwa zur grün-roten Bildungspolitik. «Je näher der Wahltermin rückt, desto präziser müssen unsere Antworten sein.»