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Hier wurde der mutmaßliche Vergewaltiger von Angehörigen des Opfers auf brutale Art und Weise ermordet - Foto: dpa
Lynchmord in Neuenburg © dpa
25.06.2014

Wurde Polizei vor Lynchmord in Neuenburg gewarnt?

Im Fall um den Lynchmord an einem mutmaßlichen Vergewaltiger ist die Polizei nach den Worten der Staatsanwaltschaft Freiburg nicht vor dem blutigen Racheakt gewarnt worden. «Davon ist uns absolut nichts bekannt», sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Er widersprach damit einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Stern», der sich in seiner neuesten Ausgabe auf Angaben des Vergewaltigungsopfers beruft.

Die 26-Jährige wird in dem Magazin mit den Worten zitiert, ihr Vater habe die Beamten bereits auf dem Revier in Müllheim kurz nach der Vergewaltigung mit dem Satz gewarnt: «Finden Sie diesen Mann, denn ich weiß nicht, was passiert, wenn mein Sohn ihn findet.» Bislang hätten sich weder Zeugen gemeldet für die Bluttat in Neuenburg am Rhein, noch habe man neue Erkenntnisse, sagte der Sprecher weiter.

Vor einer Woche hatte der 17-Jährige Bruder der Frau den 27 Jahre alten mutmaßliche Täter in eine Falle gelockt. Nach Angaben der Ermittler stach er 23 Mal mit einem Messer auf das Opfer ein.

Nach «Stern»-Angaben kannten sich die Frau und der 27-Jährige. Nach dem mutmaßlichen Missbrauch habe der Mann ihr noch eine Handynachricht geschickt mit der Frage: «Ist alles OK bei dir?»

An dem Angriff sollen neben dem Teenager auch der 48 Jahre alte Vater der Geschwister und ein 21 Jahre alter Freund des Jugendlichen beteiligt gewesen sein. Die drei sitzen in Untersuchungshaft; ihre Aussagen widersprechen sich bisher erheblich. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen Mord vor.