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Zahlreiche Jungstörche durch kaltes Wasser getötet.
Zahlreiche Jungstörche durch kaltes Wasser getötet © dpa
11.06.2013

Zahlreiche Jungstörche durch kaltes Wasser getötet

Kälte und Regen der vergangenen Wochen haben auch den Störchen im Südwesten stark zugesetzt. Zahlreiche Jungtiere seien gestorben, sagt die Storchenbeauftragte im Land. Ein Eingreifen der Menschen hält sie aber für falsch.

Die kühlen Temperaturen und der anhaltende Regen der vergangenen Wochen haben den Jungstörchen im Südwesten schwer zu schaffen gemacht. Mehr als 80 Prozent hätten die Wetterbedingungen nicht überlebt, sagte die Storchenbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen, Ute Reinhard, der Nachrichtenagentur dpa. «Die Kombination aus Regen und Kälte war Gift für die Störche. Sowohl im Hinblick auf die Nahrungssuche der Elterntiere für ihren Nachwuchs als natürlich auch in Bezug auf die Bedingungen im Horst selbst.»

Hinzu komme, dass viele Gelege erfroren seien und dadurch Tiere nicht schlüpfen konnten. Allein in den vergangenen Tagen habe sie 33 tote Jungtiere entdeckt, sagte die Biologin, die derzeit fast täglich in Baden-Württemberg unterwegs ist, um den Nachwuchs der Störche zu beringen und die Population zu dokumentieren. 2012 sei im Südwesten ein sehr geburtenstarker Jahrgang gewesen. Bei 592 brütenden Storchenpaaren in Baden-Württemberg lag der Bruterfolg bei 1429 Jungtieren. In der Storchenhochburg Salem am Bodensee habe es im vergangenen Jahr 72 Jungtiere gegeben, die beringt werden konnten. In diesem Jahr sei die Zahl der überlebenden Tiere auf 30 gesunken.

«Die Jungstörche, die bei dem Dauerregen nicht mehr unter das Gefieder ihrer Eltern gepasst haben, hatten praktisch keine Überlebenschance», sagte Reinhard. Die Koordinatorin des Weißstorchschutzes in Baden-Württemberg sprach sich dennoch dafür aus, Zufütterungen oder andere menschlichen Eingriffe zu unterlassen und die Storchenpopulation in natürliche Bahnen zu lenken.

«Der Storch verliert seine Faszination, wenn man ihn behandelt wie ein Haustier. Wir wollen auch in Zukunft ziehende Störche und keine in der Region überwinternden Störche.» Die Wildstorchenpopulation verkrafte auch ein solch hartes Frühjahr und steige in der Regel jährlich um zehn bis 15 Prozent.