nach oben
Narren ziehen beim Morgenstraich musizierend durch die Gassen der Innenstadt von Basel. © dpa
27.02.2012

Zehntausende erleben "Morgenstraich" in Basel

Basel. Die größte Schweizer und zugleich die einzige protestantische Fasnacht der Welt ist am Montag in Basel wieder mit dem stimmungsvollen «Morgenstraich» eröffnet worden. Punkt 4.00 Uhr läuteten Tausende von bunt kostümierten und maskierten Trommlern und Pfeiffern vor Zehntausenden von Zuschauern die «drey scheenschte Dääg» (drei schönsten Tage) in der Schweizer Rheinmetropole ein.

Bildergalerie: Zehntausende beim Morgenstraich in Basel

Kurz vorher waren wie stets alle Straßenbeleuchtungen ausgeschaltet worden, so dass allein fantasievoll gestaltete kleine und große Laternen die Basler Innenstadt beleuchteten. Herrlich kostümierte Narren-«Cliquen» zogen zu den Trommelrhythmen und hohen Tönen der Piccoloflöten durch die Gassen. Erst später durften sich beim «Cortège» (Umzug) bei strahlendem Sonnenschein auch die lautstarken Guggenmusikgruppen mit ihren Trompeten, Posaunen und Schlagwerken ins Getümmel mischen.

Das satirische Motto der diesjährigen Basler Fasnacht ist durchaus grenzübergreifend: «S glemmt» (Es klemmt) soll auch als Anspielung auf die mit der Euro-Schuldenkrise verbundenen Probleme verstanden werden. Davon bleibt auch die Schweiz nicht unberührt: Der als Fluchtwährung für Euro-Zweifler enorm erstarkte Franken bereitet der Export- und Tourismusindustrie große Sorgen. Hunderttausende zieht es zum Shoppen ins benachbarte baden-württembergische «Billigland», worüber sich besonders in Grenznähe Schweizer Händler ärgern könnten.

Die auf heidnische und dabei vermutlich auch keltische und germanische Ursprünge zurückgehende Fasnacht wird die Stadt im Dreiländereck noch bis zum «Ändstraich» am Donnerstagmorgen in Atem halten. Neben vielen Schweizern reisten mit Sonderzügen und -bussen auch wieder Tausende Deutsche und Franzosen zu dem bunten Spektakel an.

Für die Umzüge meldeten sich 484 «Fasnachtseinheiten» mit 12.000 Aktiven an - von den verschiedensten Cliquen über Motivwagen-Gruppen bis zu großen Guggenmusik-Bands. Hinzu kommen etliche «Schnitzelbänggler» (Bänkelsänger), die überall in der Stadt Spottverse auf die Obrigkeit und über Ärgernisse des Alltags vortragen.

Das Wetter meint es mit den Aktiven und den Zehntausenden Gästen in diesem Jahr besonders gut: Regen ist bis nach dem «Ändstraich» nicht in Sicht, die Temperaturen sollen tagsüber recht mild sein. dpa