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Luftbild der Justizvollzugsanstalt in Bruchsal.
Luftbild der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Bruchsal © dpa
30.09.2014

Zeitung: Bruchsaler Häftling wurde vor seinem Tod nicht behandelt

Stuttgart/Bruchsal. Der in Bruchsal nach einem Hungerstreik gestorbene Häftling ist nach einem Zeitungsbericht nicht im Krankenhaus behandelt worden, obwohl es medizinisch notwendig gewesen wäre.

Das berichten die «Stuttgarter Nachrichten» in ihrer Mittwochsausgabe. Das Blatt bezieht sich dabei auf einen Bericht von Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) für die CDU-Landtagsfraktion.

Darin heißt es den Zeitungsangaben zufolge, «der mittlerweile suspendierte Bruchsaler Anstaltschef habe eine Verlegung des Gefangenen in das Vollzugskrankenhaus Hohenasperg aus rechtlichen und anderen Gründen abgelehnt». Die Gefängnisleitung habe stattdessen den 33-Jährigen wieder an die JVA Freiburg abgeben wollen, wo er zuvor eingesessen hatte.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Lasotta hatte Anfang September eine kleine Anfrage ans Ministerium gerichtet, um die Todesumstände des Gefangenen in der JVA zu klären. Der Mann war im August nach langer Einzelhaft und Hungerstreik tot in seiner Zelle gefunden worden. Lasotta schließt aus dem Bericht «gravierende Fehler» in der Überwachung des Gefangenen, aber auch in der Aufsicht des Justizministers, schreibt die Zeitung weiter.