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Ausfüllen ist Pflicht. Der Fragebogen für den "Zensus 2011" wird von heute an verteilt.
Ausfüllen ist Pflicht. Der Fragebogen für den "Zensus 2011" wird von heute an verteilt. © dpa
09.05.2011

Zensus 2011: Kaum Protest zum Start der Volkszählung

Heute beginnt offiziell die erste gesamtdeutsche Volkszählung. 24 Jahre nach der umstrittenen Volkszählung von 1987 sind von Montag an wieder mehr als 13.000 Interviewer in Baden-Württemberg unterwegs. In Deutschland werden rund ein Drittel der mehr als 80 Millionen Einwohner befragt. Die Volksbefragung ist Teil des EU-weiten Zensus 2011. Gab es 1987 noch eine große, lautstarke Protestbewegung gegen die Volkszählung, so klingen die Kritikerstimmen heute eher verhalten.

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Diesmal wird ein Verfahren eingesetzt, bei dem soweit wie möglich auf bereits vorhandene Daten zurückgegriffen wird. Dadurch ist es nicht mehr notwendig, dass alle Bürger direkt interviewt werden. Befragt werden 1,1 Millionen Menschen aus 500 000 ausgewählten Haushalten nach Alter, Familienstand oder Religion.

Auskunft geben müssen Immobilienbesitzer, Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften und zehn Prozent der Einwohner, die zufällig ausgewählt werden. Bestimmte Daten aller Bürger werden aus den Melderegistern der Kommunen und dem Register der Bundesagentur für Arbeit zusammengetragen.

Alle Angaben müssen sich auf diesen Montag beziehen, denn er ist der Stichtag für die Befragung. Es kann aber sein, dass Fragebögen schon früher verschickt wurden oder erst später eintreffen. Ermittelt werden soll vor allem die genaue Zahl der Einwohner. Danach richten sich der Zuschnitt von Wahlkreisen, der staatliche Finanzausgleich und wie viele Sitze ein Land im Bundesrat bekommt. Erste Ergebnisse sollen im Herbst 2012 vorliegen.

Wer bei der Volkszählung um Auskunft gebeten wird, darf diese nicht verweigern. Kritiker der Volkszählung hatten datenschutzrechtliche Bedenken angeführt. Diese weist das Statistische Bundesamt aber zurück - die erhobenen Daten würden sicher verwahrt.

Die letzte Zählung in der damaligen Bundesrepublik gab es unter großen Protesten im Jahr 1987. In der DDR wurde das letzte Mal 1981 gezählt. dpa