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Für manche der verwahrlosten Tiere kam jede Hilfe zu spät. 

Ziegen, Enten, Hühner und ein Truthahn: Mann hält monatelang Tiere auf engstem Raum ohne Futter und Wasser

Stuttgart. Kaum vorstellbar, wie es diesen Tieren ergangen sein mag: Ein Mann hat Ziegen, Gänse, Hühner, eine Flugente und einen Truthahn offenbar monatelang auf einem kleinen Grundstück in Stuttgart gehalten – und zwar ohne Futter und Wasser, dafür inmitten von Sondermüll. Als eine Frau die Tiere entdeckte, kam die Rettung für einige schon zu spät.

Eine Passantin meldete sich am Montagabend bei der Polizei, da sie an einem Kleingartengrundstück eine Gans entdeckte, deren Schnabel offensichtlich in einer Bierdose feststeckte. Als die Beamten gegen 18.50 Uhr vor Ort eintrafen, erkannten sie bereits mehrere verweste Tierkadaver auf dem Gartengrundstück. Die Beamten verständigten den Tiernotdienst, der die verletzte Gans zur weiteren Behandlung in eine Tierklinik brachte sowie die bereits toten Tiere entfernte.

Gelände voller Kot

Bei der Begehung des Grundstücks entdeckten die Polizeibeamten insgesamt zwei Ziegen, acht Gänse, eine Flugente, fünf Hühner und einen Truthahn. Sie liefen in einem verwahrlosten Grundstück mit vielen verletzungsträchtigen Gegenständen herum. Die Ställe waren hochgradig verkotet.

Kein Futter und Wasser

Das am Folgetag eingeschaltete Veterinäramt entschied, nachdem das Grundstück am Dienstagvormittag erneut betreten worden war, die Tiere mit Hilfe des Tiernotdienstes und der Polizei einzufangen, medizinisch zu versorgen und im Anschluss in Tierheimen unterzubringen. Ein Hahn war derart abgemagert, dass der Gesundheitszustand vom Tierarzt als kritisch einzustufen ist. Abgesehen von Gras und Fallobst stand den Tieren offenbar kein Futter oder sauberes Trinkwasser zur Verfügung, sodass die Ziegen den maroden Zaun zum Nachbargrundstück nutzten und die dortigen Bäume leer fraßen.

Ermittlungen wegen Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Der Schaden an den Bäumen wird derzeit auf rund 2.000 Euro geschätzt. Zusätzlich fanden die Beamten auf dem insgesamt vermüllten Grundstück auch Gegenstände, die als Sonderabfall zu entsorgen sind. Derzeit gehen die Beamten davon aus, dass die Tiere mehrere Monate auf sich alleine gestellt waren. Gegen den 48 Jahre alten Grundstückseigentümer wurde unter anderem ein Ermittlungsverfahren wegen eklatanten Verstößen gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.